Drei NÖ-Athleten bei Hallen-WM am Start

Ivona Dadic (Sportunion St. Pölten) ist in Birmingham eine Geheimfavoritin. (OELV)
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LEICHTATHLETIK.  Von 1. März bis 4. März  geht in Birmingham (GBR), die Hallen-WM über die Bühne.

Der Österreichische Leichtathletik-Verband hat mit Stephanie Bendrat, Ivona Dadic, Dominik Distelberger und Beate Schrott ein vierköpfigen Team nominiert.

Insgesamt werden 632 Athleten aus 144 Nationen in Birmingham an den Start gehen. Das größte Team stellt wie so oft die USA mit 49 Sportlern, darunter 20 Medaillengewinner bei Großereignissen. Mit den vier nominierten Leichtathleten entsendet der ÖLV das größte Team seit 2003 (ebenfalls Birmingham) zu Hallen-Weltmeisterschaften – und dass trotz verschärfter WM-Normen in vielen Disziplinen. Nur hauchdünn – nämlich nur mit einem Punkt – hat Sarah Lagger (TGW Zehnkampf Union) die Einladung zum WM-Fünfkampf verpasst.

Sportdirektor Gregor Högler zu den Aussichten: „Wir sind sehr froh, dass wir trotz der sehr hohen internationalen Limits gleich vier Athleten/-innen zur Hallen-WM nach Birmingham entsenden können. Die strenge Betreuerquote der IAAF konnten wir sehr gut mit extra Coaches-Packages und nahegelegenen Betreuerquartieren ausgleichen. Somit ist eine perfekte Betreuung Sportler gewährleistet. Für alle vier Athleten/innen gilt, dass sie mit steigenden Formkurven und in Bestform antreten. Die kurze Anreise in die nahe Zeitzone ist von Vorteil.“

Über Ivona Dadic: “ Sie ist sicher unsere aussichtsreichste Athletin. Dei Niederösterreicherin kann sehr selbstbewusst auftreten, da sie schon öfters bewiesen hat, dass sie im Mehrkampf absolute Weltspitze ist. Wenn ich die Teilnehmerinnenliste betrachte, sehe ich starke, aber keine übermächtigen Mitbewerberinnen. Da Ivona eine absolute Wettkampfathletin ist, traue ich ihr alles zu. Es gilt nun Nerven zu bewahren und von Bewerb zu Bewerb Punkte zu sammeln. Ivona kann Geschichte schreiben“.

Über Dominik Distelberger: „Wenn er im Kugelstoßen noch zulegt und seine gezeigten Vorleistungen abrufen kann, ist ihm eine Platzierung im Mittelfeld zuzutrauen. Der Siebenkampf in Birmingham ist mit Olympiasieger Kevin Mayer und weiteren Medaillengewinnern von Freiluftweltmeisterschaften stark besetzt“.

„Im Hürdenlauf der Frauen haben wir mit Steffi Bendrat und Beate Schrott erstmals gleich zwei starke Athletinnen in diesem Bewerb bei der Hallen-WM am Start. Steffi Bendrat hat mit ihrer neuen Bestleistung von 8,02 Sekunden über die 60m Hürden berechtigte Aufstiegschancen, sie ist in dieser Saison konstant schnell gelaufen. Beate Schrott kann nach ihrem tollen Lauf von Linz (8,13s) ebenfalls befreit laufen. Beate wurde von Lauf zu Lauf besser und kann sicher mit Ihrer Routine eine gute Platzierung erlaufen. Bei dieser kurzen Laufdistanz wird vieles vom Gelingen des Startes abhängen.

Das ÖLV-Team in Birmingham im Detail:

Stephanie Bendrat – 60m Hürden (Geb.dat. 05.03.1991): Vor zwei Jahren war Steffi Bendrat Österreichs einzige Vertreterin bei der Hallen-WM in Portland/USA, wo sie über die 60m Hürden Rang 13 belegte. In dieser Saison zeigte sie viele Läufe auf hohem Niveau und blieb gleich mehrmals unter 8,20s. Aber erst bei den Staatsmeisterschaften ging ihr richtig der Knopf auf uns sie verbesserte ihre persönliche Bestleistung gleich zwei Mal auf nunmehr 8,02s, der zweitschnellsten Zeit, die je eine Österreicherin nach Rekordhalterin Beate Schrott (7,96s) gelaufen ist. Ihre Ziele: „Nachdem ich mich die zwei Wochen vor der WM nochmal aufs Training konzentriert und Kraft getankt habe, gehe ich voll motiviert in das bevorstehende Großereignis. Ich freue mich auf das Rennen, bei dem ich voll angreifen will. Mein Ziel ist der Einzug ins Halbfinale.“

 

Ivona Dadic – Fünfkampf (Geb.dat. 29.12.1993): Österreichs Leichtathletin des Jahres feierte 2017 mit dem Gewinn der Silbermedaille bei der Hallen-EM in Belgrad ihren größten Erfolg. Bereits vor zwei Jahren erhielt die Athletin der Sportunion St. Pölten eine Einladung zur Hallen-Weltmeisterschaft. Da sie sich zu diesem Zeitpunkt jedoch im Aufbau für die Olympischen Spiele in Rio, befand startete sie nicht. Mit den vor wenigen Wochen bei den Staatsmeisterschaften erbrachten 4.692 Punkten liegt Ivona Dadic auf Rang zwei der Weltrangliste im Fünfkampf, womit sie zum Kreis der Medaillenkandidatinnen zählt. Sie ist die erste ÖLV-Athletin, die je bei einem Fünfkampf bei einer Hallen-WM starten wird. Ihre Ziele: „Es wird wichtig sein, fünf gute Disziplinen hinzulegen um einen gesamt guten Mehrkampf zu machen und dann muss man schauen, was mit den Punkten drinnen ist. Ich möchte mich aber mit dem ganzen ´was drinnen ist´ so wenig wie möglich beschäftigen, weil dort werden die Karten neu gemischt und es wird wichtig sein, dass ich meine Leistung abrufe. Dafür habe ich das letzte Jahr hart trainiert, bin gut vorbereitet und ready, viele Punkte zu machen. Die Leistung der Anderen kann ich ja nicht beeinflussen und deshalb schau ich gar nicht wirklich was drinnen ist. Ich freue mich auf England und die WM, jetzt können wir zeigen, dass wir gut trainiert haben. Es wäre cool, wenn es mir gelingt,  an meine persönliche Bestleistungran zu kommen oder sogar eine neue aufzustellen. Jetzt heißt es aber noch ein paar Tage erholen und nicht zu sehr an den Wettkampf zu denken.“

Trainer Philipp Unfried: „Unser Hauptziel muss sein, einen guten Wettkampf abzuliefern, jeden Bewerb wie einen Einzelbewerb nehmen und so viele Punkte wie möglich sammeln, rechnen kann man vor dem 800m Lauf. Das ist unsere Aufgabe und das können wir beeinflussen. Was für ein Rang dann dabei herauskommt, hängt auch von den Gegnern ab, auf deren Leistung wir aber keinen Einfluss haben. Es wird bestimmt eine enge Sache. Ivona ist in guter Form und hat bisher stabile gute Leistungen gebracht. Damit kann sie mit Selbstvertrauen an den Start gehen, was sie auch machen wird. Sie weiß was sie kann und sie hat das Niveau, mit einem guten Wettkampf ganz vorne mitzumischen – das hat sie schon bewiesen – aber wie gesagt, den muss sie machen und darauf sollte der Fokus gerichtet sein, bis zum Ende. Nicht auf mögliche Platzierungen.“

 

Dominik Distelberger – Siebenkampf (Geb.dat. 16.03.1990)

Dominik Distelberger (UVB Purgstall), vertritt Österreich in Birmingham im Siebenkampf. Qualifiziert hat sich der Niederösterreicher mit einer starken Leistung bei den Hallen-Mehrkampf-Staatsmeisterschaften, wo er 5.973 Punkte erzielte, die ihn unter die Top-10 der Hallen-Weltrangliste brachten. Für ihn ist es – wie überhaupt für ÖLV-Mehrkämpfer – eine Premiere bei Hallen-Weltmeisterschaften, damit hat der 27-jährige nun sein Set an Teilnahmen bei internationalen Großereignissen voll. Rang 4 bei der Hallen-EM 2017 zeigt, dass der Purgstaller bei Indoor-Meisterschaften durchaus Potential für Top-Platzierungen hat.

Ziele: „Ich weiß, dass ich mich in guter Form befinde und möchte das auch in Birmingham zeigen. Ich werde auf alle Fälle voll angreifen und hoffen, dass mir ein guter Mehrkampf gelingt. Es wäre schön, wenn ich dort meine Bestleistung steigern könnte.“

Trainer Herwig Grünsteidl: „Für uns ist es sehr erfreulich, die Einladung zu den Hallen-Weltmeisterschaften erhalten zu haben. Wir hatten in der Wintersaison einige Änderungen in der Planung und beim Techniktraining vorgenommen. So testen wir erstmals die „Blockperiodisierung“, springen mit Inga Babakova hoch und trainieren nach wie vor mit Gerhard Mayer Diskus und Kugel. Bisher haben all diese Maßnahmen recht gut gegriffen.

Nach den gemeldeten Bestleistungen liegt Dominik mit den 6063 Punkten von Belgrad 2017 auf Platz 7 im 12-köpfigen WM-Teilnehmerfeld. Allerdings liegen zwischen ihm und dem 12.- Platzierten Lyndon Victor (GRN) nur 87 Punkte. Ich denke, für eine Medaille wird man deutlich über 6100 Punkte erzielen müssen. Dominik ist in der Verfassung den österreichischen Rekord anzugreifen. Ausschlaggebend für das Gelingen dieses Vorhabens ist, wie die drei Sprungbewerbe funktionieren. Wir werden auf alle Fälle um jeden Punkt fighten. Welche Platzierung schlussendlich herauskommt, wird auch davon abhängen, wie gut die Kontrahenten die Mehrkampfdisziplinen an diesen zwei Tagen auf die Reihe kriegen.“

 

Beate Schrott – 60m Hürden

Die St.Pöltnerin ist die erfahrenste Athletin im Team, sie war bereits bei viele Großereignissen dabei. Unter anderem auch bei den Hallen-WMs 2012 (Rang 7) und 2014 (Vorlauf). Nach einigen schwierigen Jahren mit mehreren Verletzungen gibt die 29-jährige nun ihr Comeback auf internationaler Ebene. Das Limit erbrachte sie im Finale der Staatsmeisterschaften, wo sie 8,13s erzielen konnte.

Ziele: „Das Hallen-WM-Limit war heuer gar nicht mein Ziel, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Daher bin ich absolut ohne Druck gelaufen. Ich kenn das ja schon von früher, dass ich mich gegen Ende der Saison immer steigern kann, ich bin einfach eine Spätzünderin. Mein Ziel für Birmingham ist eigentlich nur das Laufen bei der WM zu genießen und hoffentlich noch mal eins draufsetzen und eine Saisonbestleistung zu erzielen.“

 

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