EM-Auftakt für Brüder Denk durchwachsen

Günther Denk in seinem BMW E36 M3 Turbo. - Foto: Foto: © Otto Lehr, www.motorsportfoto.at
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MOTORSPORT. Die Denk-Brothers Günther und Markus starteten mit großen Zielen beim Drift-Bewerb “King of Europe”. 

Das erste Rennen der Drift-Europameisterschaft fand im PS racing center im österreichischen Greinbach statt. Es war das Heimrennen für das österreichische Brüderpaar. Doch leider verlief das Wochenende für das Motorsport-Duo aber nicht wie erwartet. Das begann schon vor rund drei Wochen, als sich beim Training der 3,2l-M3-Turbo-Motor von Günther Denk mit einem spekakulären Knall in Schall und Rauch auflöste. So kurz vor dem Rennen einen komplett neuen Motor aufzubauen wäre schon Herausforderung genug, aber es musste sich auch noch um die Finanzierung gekümmert werden, denn diesen Posten hatte niemand auf der Liste.

Die unermüdliche, positive Energie eines echten Racers darf man nicht unterschätzen und so erklärte Günther Denk sein Debakel: “Aufgegeben wird nur a Brief. Der Motor ist zwar Geschichte, aber besser jetzt als am Rennwochenende. Ran an die Arbeit.” Und es sollte sich ausgehen: Am Tag vor dem Rennen wurde das Auto fertig und für letzte Abstimmungsarbeiten auf den Prüfstand gestellt. 560 PS, 600 Nm standen am Rad an – als “Einfahrprogramm”. Der komplett neu aufgebaute S54 Motor mit Turboaufladung strotzte vor Kraft und Leistung.
 
Kaum vom Prüfstand, wurde der BMW M3 der Baureihe E36 der technischen Abnahme vorgeführt. Alles umsonst, der Wagen war um sechs Dezibel zu laut. Auch eine zweite Messung, nach ein paar Adaptionen am Auspuff, brachte kein nennenswert besseres Ergebnis. Beim Rennen in Greinbach ist eine maximale Lautstärke von 95 Dezibel vorgeschrieben.
 
»Wagen die bei der technischen Abnahme diesen Wert überschreiten sind nicht startberechtig,” die offizielle Version. Darüber musste Günther Denk kurz nachdenken. Aber die Lösung war gleich parat. Das Vorjahrsauto seines Bruders Markus, ein BMW E46 V8 wurde kurzerhand aus Niederösterreich geholt und den technischen Kommisaren vorgeführt. Abnahme bestanden. Es konnte also losgehen.

Beim ersten Trainingslauf hat dann das Steuergerät “rebelliert” und das Spiel wieder beendet. Doch die Geschichte ist noch immer nicht aus. Ein Ersatz-Steuergerät wurde von seinem Team in der sprichwörtlich letzten Minute vor dem Start am Renntag noch aufgetrieben und Günther Denk konnte nach einer wirklich beschwerlichen Tortur ins erste Battle starten – aus dem er dann auch sofort ausschied.

Das neue Steuergerät produzierte Zündaussetzer, der Motor hatte wenig Leistung und zu guter Letzt blieb auch noch die Handbremse stecken und Günther Denk konnte die Runde nicht fertig fahren. Eine bittere Pille, die der motivierte Sportler aus Kilb schlucken musste. Günther Denk: “Die letzten drei Wochen und vor allem das Rennwochenende waren ein harte Nummer. Das ganze Team sowie die Techniker von KFZ-Grünauer haben hohe Opfer gebracht, sind unzählige Kilometer gefahren, haben Tag und Nacht gearbeitet und wahre Wunder vollbracht, nur damit ich am 29. April in Greinbach starten konnte. Und das bin ich auch. Leider nicht mit dem gewünschten Ergebnis, aber das war eigentlich schon nach der erfolglosen technischen Abnahme des #1-Autos klar. Wir nehmen auf jeden Fall sehr viel Erfahrung mit aus diesem Erlebnis und ich habe eines festgestellt: Diese drei Wochen haben uns nicht geschwächt, sie haben uns stärker gemacht. Jetzt sind wir stärker denn je! Mein Auto ist absolut konkurrenzfähig, das hat mir dieses Wochenende gezeigt. Es muss nur ein paar Dezibel leiser werden, diese Änderungen sind ein Klacks für meine Mannschaft.”

Markus Denk mit technischen Problemen Neunter

Zum ersten Mal kam sein neuer Dienstwagen bei einem Rennen zum Einsatz. Ein paar Kinderkrankheiten hat er noch, aber Markus ist auf dem richtigen Weg. Das erste und zweite Training lief problemlos. Markus konnte mit sauberen Drifts und einem perfekt laufendem Auto punkten. Im Qualifying konnte er die Leistungen der Trainingssessions aber noch nicht ganz umsetzen und musste sich mit dem neunten Platz zufrieden geben.
 
Bei den Aufwärmrunden am Renntag verabschiedete sich die Antriebswelle des enorm drehmomentstarken BMW E46 Turbo. Das Aus für Markus Denk? Nein, eine neue Antriebswelle wurde besorgt und eingebaut, dem Start zum Rennen stand nichts mehr im Wege.
 
Im ersten Battle trat Markus Denk gegen den Kroaten Dario Foler im roten BMW E30 als Chaser (Verfolger) an und unterlag mit 4:6. In der zweiten Begegung ging Denk als Leader (vorderer Fahrer) ins Rennen und versuchte den Kroaten durch puren Speed abzuhängen. Weil Denk schon zwei Punkte Rückstand am Konto stehen hatte ging er “All in” und schenkte seinem Turbo-Monster voll ein. Er konnte sich vom roten BMW E30 in der schnellen Linkskurve gleich nach dem Start gut absetzen und kontrollierte das Rennen. In der Bremszone verpasste er aber knapp seinen Bremspunkt und krachte mit zuviel Speed in die Reifenstapel. “Damit verabschiedete ich mich von meiner hinteren Stossstange und von den Siegchancen.” sagte Denk direkt nach dem Lauf. Die Punkte gingen an den erfahrenen Kroaten, der in die nächste Runde aufstieg und Denk schied mit kaputter Seitenwand aus.

Wie sein Bruder wird auch Markus Denk beim nächsten Rennen in Frankreich an den Start gehen und die Kinderkrankheiten seines neu aufgebauten Rennwagens werden dann Geschichte sein.

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