Fulminante Premiere der Niederösterreich-Rallye

..... - Foto: MIG Austria
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MOTORSPORT. Niederösterreich-Rallye als Nachfolgerin der Waldviertel-Rallye stellt Grande Finale der Staatsmeisterschaft.

 

2014 fand in Leiben zuletzt eine Rallye statt. Seither sind die Motoren in der Region verstummt – nicht jedoch das Telefon der Motorsportfamilie Kogler. Immer wieder wandten sich Vereine an den Co-Organisator der damaligen Rallye – Gottfried Kogler – mit der Bitte, doch wieder eine Rallye abzuhalten. Auch die lokale Wirtschaft hat das Comeback der bunten Boliden begrüßt – schließlich verbringen pro Auto zwischen zwei und sechs Personen zwei bis vier Tage in der Region. Noch gut in Erinnerung blieb der Gastronomie beispielsweise jene Aktion, bei der Michael Kogler mit seinen Gourrmet-Tipps die örtliche Gastronomie in einer Presseaussendung vorstellte, indem er die Lokale mit einem Pressevertreter besucht hat. Und auch Anrainer freuen sich darauf, dass die legendären Sonderprüfungen der Leiben-Rallye wieder gefahren werden.

Doch die Niederösterreich-Rallye ist sehr viel mehr als das Comeback der Leiben-Prüfungen – denn organisatorisch ist die NÖ-Rallye die Mutation der legendären Waldviertel-Rallye, welche im Vorjahr ihren Abschied bekannt gab. Deren Organisator Helmut Schöpf ist für die komplette Organisation der NÖ-Rallye verantwortlich und bringt einen Erfahrungsschatz von mehr als zwei Jahrzehnten ein. Gottfried Kogler wiederum kümmert sich um die komplette Vermarktung dieses Mega-Events.

Denn die Niederösterreich-Rallye steigt gleich einmal als Grande Finale der Österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft (ORM) ein. Zudem zählt die Rallye auch zur neu formierten Austrian Rallye Challenge (ARC) und auch zum Alpe Adria Rally Cup (AARC).

Bei der ersten ORM-Rallye im Raum Melk, Mostviertel und Pöggstall wird auch medial kräftig Gas gegeben. Am Freitag, den 28. September werden nicht nur die Prüfungen besichtigt und der Servicepark im ÖAMTC-Fahrtechnikzentrum Melk errichtet – denn am späten Nachmittag startet die Rallye mit einem medialen Feuerwerk: Südlich von Melk wird zwischen Ruprechtshofen und Wieselburg zum großen Teil im Gebiet der heuer ihr 50 Jahre-Jubiläum feiernden Gemeinde Bergland eine 32 Kilometer lange Sonderprüfung gefahren. Der ORF wird für runde 45 Minuten live übertragen, dabei wird auch eine Drohne die Autos verfolgen und aus der Vogelperspektive filmen.

Amüsantes Detail am Rande: Die fulminante Eröffnungs-SP ist im Grunde die frühere „Moped-Runde“ von Hasko Jansen, dem Sohn des bekannten Motorsport-Ausrüsters Falco Jansen, dessen Firma Jansen Competition auch einer der Partner und Sponsoren ist, welche am großen Rallye-Comeback im Most- und Waldviertel mitwirken.

Komplette ORM-Spitze gibt Sensations-Dreikampf

Nach der legendären Vorjahres-Saison mit ihrer elektrisierenden Titelentscheidung, einem bis zum letzten Kilometer tobenden Dreikampf bei der letzten Waldviertel-Rallye treffen die drei Hauptdarsteller der Mega-Saison 2017 bei der neuen Niederösterreich-Rallye erstmals wieder aufeinander.

Niki Mayr-Melnhof kommt als neuer Rallye-Staatsmeister nach Melk. Im Vorjahr war er noch der rasante Quereinsteiger, mutierte jedoch über den Winter vom schnellen Geheimtipp zum Titelkandidaten. Zwar waren sowohl Raimund Baumschlager als auch Hermann Neubauer heuer bei vereinzelten Läufen am Start – doch die kompletten Drei gab es heuer noch nie! Auch wenn der Titel bereits vergeben ist: Wer das Trio kennt, der weiß, dass Mayr-Melnhof alles daran setzen wird, sein Titeljahr mit einem Sieg abzuschließen. Baumschlager wiederum ist nach seinem schweren Unfall im Rebenland nun wieder bereit für den Sieger-Champagner, den sich aber auch Hermann Neubauer nicht entgehen lassen möchte.

In der ORM2WD, der Rallye-Staatsmeisterschaft für zweiradgetriebene Fahrzeuge, sind zwar nicht mehr die drei Hauptdarsteller aus dem Vorjahr um diesen Titel gefahren, doch mit Christoph Zellhofer, Luca Waldherr, Willi Stengg junior und dem ungarischen Jungpiloten Kristof Klausz rückten bekannte Namen nach, um wie im Vorjahr das Jahr mit einem Grande Finale abzuschließen. An der Spitze trennen Waldherr, Zellhofer und Stengg lediglich drei Punkte – bei den „Frontkratzern“ wird also vom ersten Kilometer an Vollgas gegeben, auch die Powerstage am Samstag wird wohl eine Rolle in diesem heißen Titel-Krimi spielen…

Die nach dem Tod des legendären Folkrad Payrich neu formierte Austrian Rallye Challenge hält im Rahmen der NÖ-Rallye ihre vorletzte Rallye ab – die Organisatoren versuchten sich an jenem Spagat zwischen ORM und ARC, also ausreichend SP-Kilometer bei möglichst komprimiertem Zeitplan. Dies konnte Helmut Schöpf dank seiner großen Erfahrung tatsächlich bewerkstelligen: Denn im Grunde können die kompletten Prüfungen am Freitag besichtigt werden.

In der heuer eilig ins Jahr Null gegangenen ARC gibt es noch zahlreiche Titelkandidaten – allen voran der junge Niederösterreicher und Lokalmatador Riccardo Holzer und Martin Pucher, der als Mit-Organisator der Rallye Weiz kein Unbekannter ist und mit seinem rasant gebrandeten Auto die Fans an den Strecken beeindruckt.

AARC mit italienisch-österreichischem Endspurt

Der Alpe Adria Rally Cup fährt in Melk ebenfalls die vorletzte Rallye – dort geht ein heißes Duell zwischen Michael Kogler, dem Sohn des NÖ-Rallye-Vermarkters und Teambetreibers Gottfried Kogler und dem Italiener Simone Boscariol in die spannende Endphase. Beide pilotieren einen Citroen DS3 R3 – der Melker Local Heroe hat die Nase vorne, bereitet sich zugleich auf einen Einsatz in der Rallye-Weltmeisterschaft vor…

Ob ORM-Spitze oder ARC-Rookie – sie alle verbindet die Freude am Rallyesport. Die Piloten haben großes Interesse am neuen Grande Finale der ORM gezeigt, Gottfried Kogler verrät vorerst nur so viel: „Es sind bereits sehr viele Nennungen aus dem In- und Ausland bei uns eingetroffen. Neben der kompletten ORM-Spitze sind auch einige internationale Größen bei unserem großen Abenteuer an Bord.“

Die Veranstalter der neuen Rallye brauchen aber auch den Zuspruch der Fans wie einen Bissen Brot, da ein solches Mega-Spektakel einigen finanziellen Aufwand und auch das entsprechende Risiko mit sich bringt. Wer einen personalisierten Rallyepass um 25 Euro erwirbt, gilt de facto als ein Sponsor der Rallye und hat über all freien Eintritt. Mit dem um 10 Euro erhältlichen Rallyeband wird man im Servicepark freudig begrüßt.

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