Geschwister Fischer “hamsterten” EM-Medaillen

"Versilberter" David Fischer. - Foto: Privat
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GEWICHTHEBEN. In Zamość, Polen, wurden die U20 und U23-Europameisterschaften ausgetragen

Am Start auch Österreichs Paradeathletin Sarah Fischer in der Kat. -90kg. Die Kremserin, die bereits im Vorjahr den Sprung aufs Podest geschafft und im Frühjahr des aktuellen Jahres mit dem Vizeeuropameistertitel in der allgemeinen Klasse für eine Sensation gesorgt hatte, zählte auch diesmal zum Favoritenkreis.

Wie schon 2017 war die Russin Daria Riazanova die Hauptkonkurrentin. Mit der Türkin Tugce Boynuegri kämpfte vor allem im Reißen noch eine starke Dritte mit und legte 97kg vor. Sarah begann mit 98kg und damit dem höchsten Einstiegsgewicht den Wettkampf und übernahm sofort die Führung. Riazanova konterte jedoch mit hervorragenden 100kg, hatte damit aber keinen Versuch mehr. Sarah Fischer benötigte nun 101kg und schaffte diese Last souverän in ihrem zweiten Versuch.

Im Stoßen begann Fischer mit 123kg und hatte damit Silber sowohl im Stoßen als auch im Zweikampf sicher. Der restliche Wettkampf reduzierte sich auf das Duell Russland gegen Österreich. Mit 129kg konnte Fischer nochmals vorlegen, Riazanova antwortete mit 131kg und hatte damit auch ein kg Vorsprung in der Zweikampfwertung. Mit 135kg versuchte Sarah Fischer nochmals der starken Russin vorzulegen, einer Last gleich mehrere Kilogramm über dem österreichischen Rekord, an der sie diesmal noch klar scheiterte. Auch die Russin brachte die 135kg nicht mehr zu Hochstrecke, die Zweikampfwertung ging damit mit 231kg zu 230kg an Russland.

Auch Bruder David auf dem Stockerl

Nur vier Stunden nach dem Erfolg seiner Schwester Sarah war auch David Fischer in der Kat. -105kg der Herren U20 am Start. Fischer, der bereits im Vorjahr eine Bronzemedaille im Stoßen in der Kat. -94kg ergattern hatte können, hatte im Frühjahr aufhorchen lassen, als er erstmals die 200kg Marke im Stoßen bewältigen konnte. Laut Nennliste durfte man sich auch in Zamość Chancen auf eine Top-Platzierung ausrechnen.

Im Reißen begann David Fischer  mit 162kg sehr hoch und leistete sich einen Fehlversuch, die Ausbesserung gelang. 165kg im Drittversuch hätten die Bronzemedaille bedeutet, David konnte die Last noch über den Kopf ziehen, musste die Stange aber fallen lassen, weil das Gewicht ein wenig zu weit vorne stand. Mit den 162kg lag er in dem dichten Starterfeld nur auf Rang fünf.

Im Stoßen, seiner Spezialdisziplin, konnte er die Konkurrenz jedoch überraschen. Hatte man im Vorfeld noch 189kg als Erstversuch angegeben, steigerte er in letzter Sekunde auf 200kg und zwang so die meisten Konkurrenten, vor ihm an die Hantel zu treten, was einigen auch fix eingeplante Vorbereitungszeit raubte. Mit gültigen 200kg legte er einen guten Erstversuch vor. Als die stärker eingeschätzten Konkurrenten aus Russland und Weißrussland an dieser Last je zweimal scheiterten, wusste man, dass Bronze im Stoßen bereits feststand. Als dann einer der Mitfavoriten aus Armenien mit 201kg schwere Probleme hatte und diese Last erst im dritten Versuch schaffte, tat sich eine unerwartete Chance auf, Silber nicht nur im Stoßen, sondern auch im wichtigeren Zweikampf zu holen. Dazu benötigte man er 205kg, um den Rückstand aus dem Reißen aufzuholen. Das unmöglich Scheinende gelang: David Fischer schaffte diese Last und holte beide Medaillen.

 

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