Karate-Kellner feierte seinen 70. Geburtstag

x.x.x.x -Foto: Ingolf Wöll
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KARATE. Der Wagramer Erhard Kellner, einer der erfolgreichsten Trainer St. Pöltens, feierte dieser Tage seinen Siebziger.

(I.W.) Der pensionierte Bewegungserzieher der HAK St. Pölten, ursprünglich Turner beim Österreichischen Turnerbund, ist in erster Linie deshalb bekannt, weil er mit seinen Schützlingen in zwei völlig verschiedenen Sportarten an die Weltspitze vorstieß.

Eine 21 Jahre dauernde intensive Beschäftigung mit dem Kunst- und Turmspringen (Nationalteamsportler, Nationaltrainer und internationaler Kampfrichter) führte ihn mit seinem besten Sprungschüler Erich Pils (nunmehr Sportkoordinator im St. Pöltner BORG für Leistungssportler) nach einem Top Ten Platz im Weltcup bis zur Olympiateilnahme 1988 Seoul/Korea.

Kellner führte Karate-Sportler zu Welt- und Staatsmeistermedaillen

Die Beschäftigung mit Karate als Ausgleichsport für die Wasserspringer (Marianne Kellner und Erich Pils waren schon damals Schwarzgurtträger) führte nach Beendigung der Wasserspringerphase Anfang der Neunzigerjahre in einen nahtlosen Übergang zum Trainer einer völlig anderen Sportart.

Karate wurde damals in den meisten österreichischen Vereinen traditionell und ohne wissenschaftlichen Background betrieben. Erhard Kellner entwickelte sich als Quereinsteiger zu einem Pionier der Karateszene und schrieb die erste sportwissenschaftliche fundierte Trainingslehre für diesen Sport. Vieles, was in der Zwischenzeit im Trainingsbetrieb der Karatevereine als normal gilt, hat seinen Ursprung in Kellners Pioniergeist, der von seinem Freund Baldur Preiml, dem Vater des rot-weiß-roten Schispringerwunders, inspiriert wurde. Beide sehen in der Persönlichkeitsentwicklung des Sportlers die wesentliche Basis für den Erfolg, daher gehört die Beschäftigung mit Psychologie und Philosophie zum täglichen Brot des Trainers Erhard Kellner, der sich insbesondere mit der Kata-Disziplin (Kampf gegen imaginäre Gegner) auseinandersetzte, wo die Erfolge nicht ausblieben:

→ 60 Staatsmeistertitel in der allgemeinen Klasse und 160 Österreichische Jugendmeistertitel
→ 55 Medaillen bei Europa-Cups, 25 Medaillen bei Welt-Cups
→ Silber bei Jugend-Weltmeisterschaft(Doris Gwinner, Funda Celo)
→ 3x Bronze bei Jugend-Weltmeisterschaft (Patricia Baledova, Joana Stadler, Kristin Wieninger)
→ Bronze bei Jugend-Europameisterschaft (Eva Thayer)

Im Zuge der Jahrzehnte wurde Kellner Karate-Multi-Funktionär und durchlief viele Stationen: LV-Präsident, ÖKB-Vizepräsident, Sportdirektor, Generalsekretär, Kampfrichter-Obmann, Bundestrainer, Nationalcoach, Sportunion-Bundes- und Landesfachwart, Vortragender bei Instruktoren- und Trainerausbildungen an den BSPA, insbesondere zu den Themen Trainingslehre, Bewegungslehre, Sportpsychologie. Er scheute dabei nie den Blick über den eigenen Tellerrand und lud namhafte Trainer aus aller Welt zur Weiterbildung nach Österreich ein.

Überdies ist er vielen Kursteilnehmern als Lehrer für Entspannungstechniken, Autogenes Training und Mentales Training (WIFI, Volkshochschulen, Bildungshaus St. Hippolyt, Therme Loipersdorf, Shiatsuschule Wr. Neustadt) in guter Erinnerung.

Erhard Kellner ist seit 36 Jahren mit der ehemaligen Wasserspringerin, Shotokan-Karate-Weltmeisterin und nunmehrigen Karate-Bundestrainerin Marianne Kellner verheiratet, mit der er seit 1988 den UKC Zen Tai Ryu HAK St. Pölten, einen der erfolgreichsten Sportvereine der Landeshauptstadt, führt.

Auszeichnungen:
• Träger des Goldenen Verdienstzeichens der Republik Österreich
• Träger des Goldenen Sportehrenzeichens des Landes Niederösterreich
• Träger des Goldenen Ehrenzeichens des Österr. Turn- und Sportunion
• Träger des Sportehrenzeichens der Landeshauptstadt St. Pölten
• Mitglied der World Wide Martial Arts Hall Of Fame (USA)
• Mitglied der Munich Hall Of Honour

 

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