Sensationell: U18-WM-Silber für Sarah Lagger

Stolz über die Silbermedaille: Athletin Sara Laager und Trainer Georg Werther. – Foto: ÖLV/Jiro Mochizuki
Share Button

LEICHTATHLETIK. Die erst 15-jährige Kärntnerin   Sarah Lagger holte mit Silber im Siebenkampf die erste ÖLV-Medaille überhaupt bei Jugend-Weltmeisterschaften der Leichtathletik.   Lena Millonig   (ULC Möding) ist beste Europäerin über 2000m Hindernis.


Sarah Lagger schreibt mit Silber bei den IAAF U18-Weltmeisterschaften im Siebenkampf ein Stück österreichische Leichtathletik-Geschichte. Die noch 15-jährige Kärntnerin holte in Cali (Kolumbien) mit 5992 Punkten den zweiten Platz und gewann damit die erste österreichische Medaille überhaupt bei Nachwuchs-Weltmeisterschaften. »Ich bin so glücklich. Drei Bewerbe von mir waren nicht gut – Hürden, Speer und Kugel – trotzdem bin ich Zweite geworden. Es war ein tolles Erlebnis«, sagte eine strahlende Medaillengewinnerin. Ihr Trainer Georg Werthner, früher selbst ein äußerst erfolgreicher Zehnkämpfer mit acht Staatsmeistertiteln, kommentierte: »Es ist für die österreichische Leichtathletik fantastisch, dass wir erstmals eine Medaille geholt haben. Wie sich Sarah durchgesetzt hat, obwohl gleich die erste Disziplin schlecht gelaufen ist, ist großartig. Sie ist sehr stark, wir können wirklich stolz sein.« Gold ging nach einem packenden Finale an die Schweizerin Geraldine Ruckstuhl mit 6037 Punkten. Hervorragend auch die zweite Österreicherin im Bewerb. Die Tirolerin Andrea Obetzhofer erreichte mit persönlicher Bestleistung von 5796 Punkten den fünften Platz.

Vor den beiden Siebenkämpferinnen hatte bereits die Niederösterreicherin Lena Millonig aufgezeigt. Sie erreichte am Freitag im Finale über 2000m Hindernis als beste Europäerin den neunten Platz. Dazu ist der Steirerin Karin Strametz über 100m Hürden mit der neuntbesten Zeit der Semifinal-Läufe ein starker Auftritt gelungen. Nur 0,02 Sekunden haben ihr auf Finale gefehlt.

An den Titelkämpfen in Cali nehmen insgesamt 1323 junge Leichtathleten aus 151 Ländern teil. Im Siebenkampf waren 38 Athletinnen aus 25 Ländern am Start. Mehrere Protagonisten von Cali wird man in den nächsten Jahren auf der ganz großen Sportbühne erleben, auch wenn allen bis dahin noch viele Entwicklungsschritte bevor stehen. Unter anderem haben die heutigen Weltstars Usain Bolt und Jelena Isinbajewa ihre ersten großen Erfolge als U18-Weltmeister gefeiert.

Tradition und Potenzial im Mehrkampf

Für ÖLV-Präsident Ralph Vallon zeigt sich, dass in Österreichs Nachwuchs derzeit sehr gut gearbeitet wird: »Nach U23-EM-Bronze durch Siebenkämpferin Ivona Dadic letzte Woche freuen wir uns über den erstmaligen Gewinn einer Medaille bei Nachwuchs-Weltmeisterschaften. Wir müssen uns bewusst sein, dass der Weg von der Jugend zu Erfolgen in der Allgemeinen Klasse sehr weit ist. Der Mehrkampf kann aber unsere Paradedisziplin in den nächsten Jahren werden. Hier haben wir nicht nur eine große Tradition und Athleten mit sehr viel Potential, sondern mit Götzis auch das beste Mehrkampfmeeting weltweit.«

Erfolgreiche Aufholjagd der Kärntner Silbermedaillengewinnerin

Für Lagger kam der WM-Siebenkampf in Cali einer Hochschaubahn der Gefühle gleich. In der ersten Disziplin, den 100m Hürden, wäre sie fast gestürzt und hat für sie enttäuschende 14,36 Sekunden erreicht. Im Hochsprung kam sie mit persönlicher Bestleistung von 1,76 Meter zurück auf die Erfolgsspur. Der Kugelstoß war mit 13,55 Meter unter ihren Möglichkeiten. Dafür erzielte sie über 200 Meter mit persönlicher Bestleistung von 24,53 Sekunden die zweitbeste Marke des Feldes. Nach dem ersten Tag lag sie an fünfter Stelle des Gesamtklassements. Am Beginn des zweiten Tages gelang ihr Weitsprung mit 6,21 Meter der Disziplinensieg und eine weitere persönliche Bestleistung, zugleich ÖLV-Jahresbestleistung, die sie auf Rang zwei nach vor brachte. Im Speerwurf hätte sie schon alles klar machen können. Mit 39,30 Meter blieb sie aber gut sieben Meter unter ihrer persönlichen Rekordmarke. Vor dem abschließenden 800m-Lauf lag sie an dritter Stelle. Sie setzte alles daran, nach Gold zu greifen. In persönlicher Bestleistung von 2:15,48 Minuten holte sie den Sieg in ihrem Lauf und erreichte insgesamt Rang zwei.

Mit den Auftritten von Sarah Lagger und Andrea Obetzhofer in Cali ist ein Traum wahr geworden, der in den letzten Wochen und Tagen immer konkreter Gestalt angenommen hat. Seit Lagger im Mai mit 6014 Punkten eine U18-Weltbestleistung erzielt hatte (die mittlerweile übertroffen wurde), war klar, dass sie zum Favoritenkreis der WM zählt. Auch Andrea Obetzhofer durfte sich berechtigte Hoffnungen auf eine starke Platzierung machen. Beide haben vor Beginn der Weltmeisterschaften mit persönlichen Bestleistungen in Einzeldisziplinen ihre starke Form bewiesen.

Sarah Lagger aus Rothenturn, die im September 16 Jahre wird, ist 2008 zur Leichtathletik gekommen. Ihr Trainer Georg Werthner, vierfacher Olympiateilnehmer im Zehnkampf und Vierter in Moskau 1980, ist bei Sprinttests an Kärntner Volksschulen auf ihr großes und vielseitiges Talent aufmerksam geworden und betreut sie seither. Da sie und ihre Eltern eine Möglichkeit zum »Auspowern« ihrer Energien suchten, war die Leichtathletik hoch willkommen. Sie nahm an zahlreichen Kinder-Zehnkämpfen teil und startet für den oberösterreichischen Verein Zehnkampf Union, den Georg Werthner und seine Brüdern Roland und Ulrich leiten. Lagger geht im Sport BORG Spittal an der Drau zur Schule.
vin -sarah Laagerder ÖLV-Siebenkämpferinnen in Cali

Die Einzelleistungen von Sarah Lagger:
100m Hü 14,36 sec (+0,6) – Hoch 1,76m PB – Kugel 13,55m – 200m 24,53sec (-0,5) PB,   Weit 6,21m (+0,2) PB – Speer 39,30m – 800m 2:15,48min PB

Athletinnen
2. Sarah Lagger (Zehnkampf Union) Siebenkampf 5992 Punkte
5. Andrea Obetzhofer (TS Raika Schwaz) Siebenkampf 5796 Punkte PB
9. Lena Millonig (ULC Riverside Mödling) 2000m Hi 6:52,24 min Finale (VL 6:57,53 min)
9. Karin Strametz (SU Kärcher Leibnitz) 100m Hü 13,52 sec (+0,7), PB, im Semifinale. VL 13,95 sec (-1,3)
14. Ina Huemer (SU IGLA long life) 200m 24,35 sec (+0,6) PB, im Semifinale, VL 24,37 sec (-0,9) PB
20. Nina Luyer (Union Pottenstein) Hochsprung 1,73m
22. Jordana Kakifukiamoko (PSV Hornbach Wels) Diskus 44,42m
27. Ylva Traxler (ULC Riverside Mödling) 800m 2:13,98 min
38. Karin Strametz (SU Kärcher Leibnitz) 200m 25,36 sec (-1,1)
39. Ina Huemer (SU IGLA long life) 100m 12,24 sec (-0,7)

Athleten
17. Nico Garea (SU Kärcher Leibnitz) 200m 21,78sec (-0,6) im Semifinale, VL 21,82 sec (-1,9)
20. Maximilian Münzker (ULC Weinland) 100m 10,83sec (-0,2) im Semifinale, VL 10,79 (-0,1)
20. Oliver Werthner (Zehnkampf Union) Stabhoch 4,55m
32. Bernhard Obrecht (Union Pottenstein) 2000m Hi 6:33,19 min
33. Nico Garea (SU Kärcher Leibnitz) 400m 48,59 sec PB
35. Tim Nemeth (SVS Leichtathletik) 400m Hü 54,63 sec
40. Maximilian Münzker (ULC Weinland) 200m 22,13 sec (-1,0) PB

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*