Ricardo Zoidl triumphiert in Landesmetropole Themen:Radsport Das Podest mit Sieger Ricardo Zoidl. - Foto: W.Kapfenberger Von: Heinz Harauer 4. Juni 2017 RADSPORT. Nach 80 Kilometer Solofahrt holte sich Ricardo Zoidl den Sieg beim Großen Preis von Niederösterreich. Die Zeichen standen gut, dass der sechste Bewerb zur österreichischen Rad-Bundesliga ein Besonderer werden würde. Neuer und attraktiver Kurs inmitten wunderschöner Kulisse, tolle Stimmung entlang der Strecke und ein hochwertiges Starterfeld für ein spannendes Rennen. Radsportfans wurden nicht enttäuscht und erlebten eine beeindruckende Veranstaltung – mit einer beeindruckenden Siegerleistung des großen Favoriten. Über 100 Fahrer fanden sich bei zwar sehr windigen, ansonsten aber perfekten Wetterverhältnissen an der Startlinie zum diesjährigen GP SPORT.LAND.Niederösterreich mit Start und Ziel im Landhausviertel St. Pölten ein und starteten pünktlich zur 159km langen Schleife mit 2.700 Höhenmetern quer durch das Mostviertel. Sorgte der zunächst starke Gegendwind noch für ein geschlossenes Hauptfeld auf den ersten knapp 30 Kilometern war mit Beginn der ersten Steigungen Schluss mit lustig. Neun Fahrer waren es zunächst, die sich mit maximal zwei Minuten Vorsprung nach der ersten Bergwertung vom restlichen Feld absetzen konnten. Die Favoriten fehlten vorerst, ließen aber mit einer knallharten Tempoverschärfung am zweiten Anstieg des Tages hinauf zur Steinbachrotte nicht lange auf sich warten. Allen voran Riccardo Zoidl (Team Felbermayr Simplon) und Lokalmatador Hermann Pernsteiner (Amplatz BMC) sorgten für enormes Tempo, welches nur vier weitere Fahrer mitgehen konnten. Kurz nach Beginn des dritten Anstieges hinauf nach Annaberg konnten die Verfolger zur Spitzengruppe aufschließen und bildeten somit die erste Gruppe mit 15 Fahrern. Das Feld dahinter hatte sich bereits in mehrere kleine Gruppen zersplittert. Die Situation währte nicht lange. Mitten im Anstieg nach Annaberg bei etwa Halbzeit des Rennens setzte Riccardo Zoidl eine überraschende, aber auch umso vehementere Attacke und konnte rasch einen Vorsprung von über einer Minute auf die Verfolger herausfahren. Trotz Einigkeit und hohem Tempo der 14 Fahrer hinter Zoidl wuchs der Zeitabstand über die vierte Bergwertung Wastl am Wald kontinuierlich an und pendelte sich bei konstant zwei Minuten ein. Auch die zum Teil regennasse Abfahrt ins Pielachtal brachte keine Änderung – sowohl Spitzenfahrer wie Verfolger flogen mit 60km/h und mehr Richtung Ziel – Zoidl wohlgemerkt völlig alleine. Team Amplatz drückte aufs Tempo Mit unverändertem Zeitabstand ging es zur letzten, steilen Bergwertung Plambacheck und das hohe Tempo des gesamten Rennens (Schnitt 41km/h) dezimierte die Verfolgergruppe auf zunächst sieben, später nur mehr fünf Fahrer. Besonders das Team Amplatz BMC mit dem Niederösterreicher Pernsteiner sowie dem Liga-Führenden Matej Mugerli drückte enorm aufs Tempo, um den nach wie vor solo in Front liegenden Zoidl noch einzuholen. Mit zwei weiteren Fahrern von Felbermayr Simplon Wels im Schlepptau konnten sie den Rückstand bei der 5KM-Marke auf 40 Sekunden reduzieren und wieder Hoffnung schöpfen. Mit letzten Kräften holte der Sieger der Österreich-Rundfahrt 2013 aber noch einmal alles aus sich heraus und behielt nach über 80 Kilometern Solofahrt seinen Vorsprung bei, um als großer Triumphator vor vielen begeisterten Zuschauern in St.Pölten die Zieleinfahrt zurecht zu genießen. Dem niederösterreichischen Team Amplatz BMC blieb nach beherzter Fahrweise mit dem zweiten Platz durch Matej Murgerli zumindest ein Platz am Podium, welches durch Stephan Rabitsch (Team Felbermayr SImplon) auf Rang drei komplettiert wurde. Kurz dahinter sprintete Local-Hero Hermann Pernsteiner als guter Sechster und neuer niederösterreichischer Landesmeister ins Ziel. „Was für ein Rennen. Ich hatte heute perfekte Beine und wollte zunächst eigentlich nur die anderen Mannschaften unter Druck setzen. Dass es sich bis ins Ziel ausgeht ist fast unglaublich und stimmt mich für die kommenden Rennen natürlich sehr zuversichtlich.“, war Zoidl im Ziel glücklich. Glücklich war auch Veranstalter und Präsident des LRV Niederösterreich, Jürgen Brettschneider. Er und sein Team sorgten für eine perfekte Organisation ohne jegliche Zwischenfälle und wurden mit Radsport auf höchstem Niveau belohnt. Auch der Wettergott hatte bis auf einen kurzen Schauer Einsehen und die Kombination mit dem 10. St.Pöltner Radmarathon erwies sich als mehr als gelungene Premiere. Beste Werbung für den Radsport! 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