Der schwerste Marathon wartet auf Andrea Mayr

Geht auf's Olympialimit los: Andrea Mayr. - Foto: Privat
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LEICHTATHLETIK. Ein besonderer Marathon wartet auf Andrea Mayr am Sonntag in Frankfurt. Die SVS-Athletin will das Limit für Rio schaffen.

LEICHTATHLETIK. Das Marathon-Olympialimit. Es ist das große Ziel von Andrea Mayr (SVS Leichtathletik) in Frankfurt. 2:34:00 Stunden oder schneller muss sie laufen, um zum zweiten Mal nach London 2012 an Olympischen Spielen teilzunehmen. Sie ist trotz Spitalsarbeit als Ärztin vorbereitet. Dennoch ist die Bedeutung des Vorhabens in den Hintergrund gerückt, nachdem Mitte August ihr Vater Dr. Michael Mayr bei einem Bootsunfall verunglückt ist.

Der tragische Todesfall hat auch ihre Marathonvorbereitung unterbrochen. Mehrere Trainings hatte sie schon nach einem Kilometer beendet. „Ich wollte den Hut drauf hauen und den Marathon absagen“, erinnert sie sich. Zudem hatte sie in den Wochen nach dem Unglück an fünf von sechs Wochenenden im Spital zu arbeiten. Ende September und Anfang Oktober sind ihr jedoch zwei gute Trainingswochen gelungen. Sie hatte Urlaub, war in Wien, trainierte dort unter den Augen ihres Trainers Hubert Millonig und mit den Laufkollegen Lukas Pallitsch, Christoph Sander und Roland Fencl. In der Marathonwoche hat sie von Mittwoch auf Donnerstag noch einen Nachtdienst im Spital absolviert. Nun ist sie in Frankfurt. Sie wird am Sonntag an der Startlinie stehen und hoffentlich kurz nach halb eins in der Festhalle ins Ziel laufen. „Ich bilde mir ein, dass ich es schaffe, obwohl alles dagegen spricht“, sagt sie zur bevorstehenden Aufgabe.

Großartige Allrounderin im Ausdauersport

Andrea Mayrs Erfolge im Ausdauersport scheinen einzigartig in ihrer Bandbreite und Vielfalt. Sie ist seit Jahren die dominierende Athletin im Berglauf. Zu ihren Erfolgen zählen vier Europameistertitel (2005, 2013, 2014, 2015) und fünf Weltmeistertitel (2006, 2008, 2010, 2012, 2014). Sie hält die österreichischen Rekorde im Marathon (2:30:43), Halbmarathon (1:11:34), im 10 km Straßenlauf (33:12 Minuten) und über 3000 m Hindernis (9:47,61 Minuten). Im Hindernislauf hat sie an den Weltmeisterschaften 2005 und 2007 teilgenommen. Dazu ist sie Streckenrekordhalterin bei internationalen Treppenläufen wie jenem aufs Empire State Building in New York. Im Radsport ist sie dreifache österreichische Meisterin im Bergfahren. 2014 wurde sie Zweite bei den Duathlon-Europameisterschaften auf der Kurzdistanz.

In der Wettkampfsaison 2015 zeigte sie mit neuem österreichischen Halbmarathonrekord von 1:11:34 im April in Linz und ihrem vierten EM-Gold im Berglauf sehr starke Auftritte. Mitte September ist ihr bei schwierigen Bedingungen beim Halbmarathon in Krems mit 1:12:51 ein gutes Rennen gelungen.

Bei den Männern ist der in Österreich lebende Äthiopier Lemawork Ketema (team2012.at) am Start. Ende Juli hat er beim Marathon in Rio de Janeiro mit 2:14:23 Stunden eine persönliche Bestzeit erzielt. Er hofft, die österreichische Staatsbürgerschaft zu erhalten und will in Frankfurt unter dem österreichischen Olympialimit von 2:14:00 Stunden bleiben.

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