Ehemaligen Funktionär ärgert „Mogelpackung“

Diplomsportlehrer Werner Langthaler machte sich Gedanken über das katastrophale Abschneiden bei den Olympischen Spielen 2016. - Foto: Privat
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SPORT. Peter Schröcksnadel ist zufrieden, doch der ehemalige Badminton-Langzeitfunktionär Werner Langthaler sah Desaster schon voraus.

Anscheinend zufrieden kehrte Projekt-Rio-Koordinator Peter Schröcksnadel von seinem „Sommerurlaub“ aus Rio de Janeiro zurück. „Ohne Projekt hätten wir ein Desaster“, meint der Wunderwuzzi der Olympischen Sommerspiele 2016. Er hatte völlig recht. Österreichs Sportler haben aus Brasilien um 100 Prozent mehr Medaillen als vor vier Jahren in London mitgenommen: Nämlich die Bronzemedaille des Nacra17-Team Thomas Zajac/Tanja Frank.

Es gibt jedoch auch kritische Stimmen: Etwa jene von Werner Langthaler, der bei Badminton Pressbaum jahrzehntelang als Funktionär an der Basis arbeitete und die Fehlentwicklung im österreichischen Sport erkannte und auch kritisierte. In einem Interwiev mit „lokalsport.info“ wiederholte er die seiner Meinung nach falsche Sportpolitik, die zu diesem Desaster führte:

„Mir jedenfalls wäre es als Athlet und Trainer zu wenig. Ich stelle fest, dass ich schon vor Jahren, die neuerliche Misere vorhergesagt hatte. Und ich sage sie auch für 2020 voraus wenn …

1. Die SpitzensportlerInnen und deren Umfeld nicht geschlossen aufstehen und mit Forderungen an das Österreichische Sportsystem herantreten.

2. Wenn es weiterhin unzählige Töpfe gibt, die da gegen „Projekte“ anzuzapfen sind, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben stehen.

3. Die Verbände weiterhin keiner wirksamen Kontrolle unterliegen, die dargelegten Konzepte bzw. Projekte nicht auf ordnungsgemäße Umsetzung überprüft werden.

4. Langfristige Aufbauarbeit zugunsten des Projektes „Olympia“ unter die Räder kommt.

5. Weiterhin drei oder mehrere Systeme dahinwerkeln, was ein System prima hinkriegen würde (stimmt, ich meine die Dachverbände in Österreich, die sich kein anderes Land auch nur annähernd leistet).

Man müsste also nur die Ärmel  hochkrempeln, Klartext reden, verändern, neu starten … und das in Österreich.

Es gäbe zahlreiche vergleichbare Länder, bei denen man sich erfolgreiche Förderrichtlinien abschauen kann. Zu viel verlangt, wenn man dabei möglicherweise am eigenem Stuhl sägt? Anscheinend.

Fachgebiet Badminton

Zu Badminton: Hier ist die Olympiaqualifikation schon ein wirkliches  Dilemma. Man darf als schwaches Land dann wählen, ob man sich in noch schwächeren Ländern Weltranglisten-Punkte abholt, ist aber dann bei den Spielen bei jedem Punkt  überrascht, dass es außer Reagieren und Rackern, auch Tarnen und Täuschen (… im Spielfeld) gibt.

Die andere Wahl  in Österreich wäre die, ohne Olympischen Spiele gewesen. Dann, wenn man das Niveau in Österreich, mit unterschiedlichen Trainingspartnern und stark besetzten Turnieren langfristig  angehoben hätte. Auf breiter Basis, transparent mit individueller Hilfestellung (siehe etwa vergleichsweise Schweiz). Da wären in vielleicht acht Jahren Olympische Spiele mit österreichischer Beteiligung, auch über gut besetzte Turniere wieder möglich.

Ich stelle abschließend fest, dass es sicher Strapazen waren, für eine Olympiaqualifikation elfmal um den Erdball, in zum Teil unsichere Länder zu reisen, dabei allerdings auf gut besetzte Turniere in Nachbarländern verzichtet, um die geforderten Weltranglistenpunkte zu erreichen.  Es hat den heimische Badmintonsport viel gekostet. Nicht nur Geld. Und, man möge mir es glauben oder nicht: Für die SportlerInnen habe ich auf ein gewonnenes Spiel in Rio gehofft.

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