Grazer jagen Meister FSK St. Pölten-Spratzern

Für Nadine Prohaska (li.) beginnt am Samstag das Unternehmen "Titelverteidigung". - Foto.: FSK
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FUSSBALL. Neue Kräfteverteilung: Nach dem totalen Umbruch beim NÖSV Neulengbach scheinen nun die beiden Grazer Klubs LUV und Sturm die ernsthaftesten Konkurrenten von Meister und Cupsieger FSK Simacek St. Pölten-Spatzern zu sein.


Am kommenden Wochenende startet die ÖFB Frauen Bundesliga in die Saison 2015/16. Anders als in den vergangenen Jahren gibt es diesmal lediglich einen klaren Favoriten. Der FSK Simacek St. Pölten-Spratzern hat sich nach dem erstmaligen Meistertitel und der »Wachablöse« von Serienmeister NÖSV Neulengbach Pflegeheim Beer weiter verstärkt. Nach dem Umbruch in Neulengbach gelten unter anderem die beiden Grazer Klubs, LUV und Sturm, als größte Konkurrenten des »Double«-Gewinners.

Mission »Titelverteidigung« startet für St. Pölten in Innsbruck

Auf dem Weg zum angestrebten zweiten Meistertitel in Serie soll Wacker Innsbruck für den FSK Simacek St. Pölten-Spratzern kein Stolperstein sein. Die Niederösterreicherinnen, bei denen Jasmin Eder zur neuen Kapitänin ernannt worden ist, haben ihr Meistermannschaft komplett verändert. Elf Neuzuänge – darunter   Alexandra Biroova (Neulengbach), Torfrau Roxana Oprea (Amazones Dramas AS, GRE), Viktoria Pinther (Altenmarkt) und Lilla Sipos (Verona, ITA)_ stehen zehn Abgänge gegenüber. Darunter auch „Hochkaräter“ wie Nicole Billa (Hoffenheim), Lisa Marie Makas (Freiburg) und Sophie Maierhofer (Werder Bremen) und Sophie Maierhofer (Werdenr Bremen). Torfrau Bianca Reischer hat ihre Karriere beendet.

Auch die Tirolerinnen mussten über den Sommer wieder einmal drei Stammspielerinnen abgeben. Torfrau Jasmin Pal wechselte zu Cloppenburg (Deutschland), Maria Hasler in die USA (Florida Atlantic University) und Valentina Schwarzlmüller zu Neulengbach. Nach der Verletzung von Eva-Maria Dengg (Syndesmoseband-Riss) fehlt es dem Kader zudem an wichtiger Erfahrung. Bei der Zielformulierung hält sich Trainer Stephan Glöckner zurück, aber: »Wir wollen aus den ersten drei Spielen sechs Punkte. Gegen welchen Gegner wir die holen, ist egal«, so der Coach.

In ihrer zweiten Saison als Mitglied der ÖFB Frauen Bundesliga erreichten die Damen des SK Sturm Graz mit dem dritten Tabellenplatz das erfolgreichste Ergebnis der Vereinsgeschichte. Damit die Grazerinnen auch 2015/16 an den Erfolg anschließen können, haben Sektionsleiter Mario Karner und Trainer Markus Hiden die Mannschaft im Sommer deutlich verstärkt. Allen voran das Neulengbach-Quartett Daniela Tasch, Natascha Celouch, Claudia Wasser und Tina Charwart, die Carinthians Anna Malle und Katharina Naschenweng sowie  Legionärin Emily Cancienne (CRO) sollen dafür sorgen, dass zumindest wieder Platz drei herausspringt. »Ich halte nicht viel von Rückschritten«, setzt Hiden das klare Ziel.

Die Grazerinnen sind am Samstag gegen die große Unbekannte, Aufsteiger Carinthians Soccer Women, klarer Favorit. Die Kärntnerinnen mussten die Abgänge von nicht weniger als sechs Stammspielerinnen hinnehmen und kämpfen ab dem kommenden Wochenende um den Klassenerhalt. »Unser Vorteil ist, dass wir bereits jetzt wissen, dass wir im Abstiegskampf sein werden. Die Mannschaft hat Talent, aber es wird ein schwieriges Jahr«, weiß Trainer Dragan Kunic um die schwere Aufgabe.

Neulengbach startet Umbruchsaison beim USC Landhaus

Erstmals seit der Saison 2002/2003 geht der NÖSV Neulengbach Pflegeheim Beer nicht als amtierender Meister in die neue Bundesliga-Saison. Nach zwölf Staatsmeistertiteln en suite endete eine der eindrucksvollsten Serien im österreichischen Sport mit dem erstmaligen Titelgewinn von Konkurrent FSK Simacek St. Pölten-Spratzern. Bei der Wienerwaldelf   ist aber nicht nur deshalb kein Stein auf dem anderen geblieben. Nahezu alle Stammspieler verließen den Wienerwald. 15 Abgängen stehen 13 Neuzugänge gegenüber. Alexander Achterberg, der nun als sportlicher Leiter fungiert und Neo-Coach Tito Spindler steht nun eine der jüngsten und unerfahrensten Mannschaften der Liga zur Verfügung. Die obere Tabellenhälfte ist im ersten Jahr des großen Umbruchs das Ziel.

Zum Auftakt bekommt es Neulengbach am Samstag auswärts mit dem USC Landhaus zu tun. Die Wienerinnen mussten die Abgänge der Regisseurinnen Katja Trödthandl (Neulengbach) und Cornelia Sochor (USA) verkraften. Mit Südburgenlands Tanja Legenstein und Anna Eberhardt stehen solide Neuzugänge gegenüber. »Wir haben uns für das Spiel gegen Neuengbach eine Taktik zurechtgelegt«, hofft Trainer Thomas Richter nach zwei knappen Niederlagen in der Vorsaison nun auf einen Sieg gegen Neulengbach.

Bei Union Kleinmünchen gab es – fast schon traditionell – kaum Kaderveränderungen. Mit der jüngsten Mannschaft der Liga, versucht Trainer Gerald Reindl auch in dieser Saison wieder, der Entwicklung Vorrang zu gewähren. Der Abstiegskampf sollte aber dennoch möglichst vermieden werden. Auch wenn zum Auftakt Teresa Knauseder, Floralba Krasniqi, Anna-Sophie Berger und Lena Oßmann ausfallen, ist Sektionsleiterin Andrea Binder guter Dinge. »LUV geht als Favorit in das Spiel. Wenn wir die Anfangsoffensive unterbinden, dann ist ein Punktgewinn möglich.«

Altenmarkt gegen Südburgenland als Duell der »Trainer-Neulinge«

Nach dem doch enttäuschenden siebenten Platz in der Vorsaison, strebt der ehemalige Dritte der ÖFB Frauen Bundesliga, der SKV Altenmarkt, wieder nach höherem. Manager Otto Satran besserte durch die Neuzugänge Ivana Feric, Adina Hamidovic, Laura Krumböck (St. Pölten), Jasmin Pfeiler, Chiara Schaub (Neulengbach), Ulrike Schaupp, Christine Schiebinger (Guntramsdorf) nicht nur den Kader auf, sondern installierte mit Andreas Radakovits auch einen neuen Trainer. Dieser soll den SKV wieder in obere Tabellenregionen führen. »Altenmarkt soll zweitbester Verein Niederösterreichs sein«, steckt Manager Satran die Ziele hoch.

In seinem ersten Bundesliga-Spiel trifft Altenmarkt-Coach Radakovits auf den FC Südburgenland. Der Klub hat ebenfalls einen neuen Trainer. Denn nach der zweijährigen Amtszeit von Spieler-Trainerin Susanna Koch übernimmt nun der Ungar Csaba Csordas die Übungsleiter-Tätigkeiten. Nach den Abgängen von Lisa Zmek (Neulengbach), Tanja Legenstein, Anna Eberhardt (Landhaus) und  Doris Adamovic (Karriereende) lautet das einzige Ziel der Burgenländerinnen 2015/16: Klassenerhalt! »Wir waren im Frühjahr das schlechteste Team und haben Stammspielerinnen abgegeben«, erwartet die nunmehrige Kapitänin, Susanna Koch, ein schweres Jahr.

ÖFB Frauen Bundesliga, 1. Runde:

Samstag, 8. August:
10:30 Uhr FC Wacker Innsbruck – FSK Simacek St. Pölten-Spratzern
14:00 Uhr SK Sturm Graz –   Carinthians Soccer Women
14:30 Uhr McDonalds LUV Graz – Union Kleinmünchen
15:15 Uhr USC Landhaus – NÖSV Neulengbach

Sonntag, 9. August:
17:30 Uhr SKV Altenmarkt – FC Südburgenland

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