Den Mutigen gehörte das Schneebergland

Die Rallye startet mit einem Paukenschlag: Gerwald Grössing hält die Konkurrenz über sechs Sekunden auf Distanz. - Foto: Harald Illmer
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MOTORSPORT. Lokalmatador und Förster Gerwald Grössing trumpfte  bei der Schneebergland Rallye zu Beginn auf.

Mit drei Sonderprüfungsbestzeiten startete der Förster aus Rohr/Gebirge in seine „Heimrallye“ und baute seinen Vorsprung auf über zwölf Sekunden aus. Die dritte Bestzeit vor dem Regrouping macht den Hattrick für den Niederösterreicher perfekt. Der Meisterschaftsführende Hermann Neubauer ließ den Rückstand nicht auf sich sitzen und packte schon in der vierten Sonderprüfung den Hammer aus. Fast 30 Sekunden nimmt er Grössing und dem restlichen Feld mit einer Fabelzeit im Stile Walter Röhrls ab. Er freute sich als Einziger über die tiefen Spurrillen im losen Untergrund, die den anderen Piloten das Leben schwer machen. Sein Kommentar bei strahlender Miene: „Geil woas!“

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Das Schneebergland hinterließ ebenso tiefe Spuren an den Piloten und ihren Boliden. Gerald Rigler verzeichnete einen glimpflich endenden Mehrfachüberschlag, bei Gerwald Grössing brach ein Stabilisator, viele beklagten außerdem die große Hitze in den Fahrzeugen, die die Außentemperatur von über 30 Grad nochmals deutlich übersteigen ließ. Walter Mayer musste sogar gesundheitsbedingt die Segel streichen.

Am frühen Nachmittag wurden Stimmen aus dem Fahrerlager laut, die Sonderprüfung Berltal sei aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht befahrbar, in der Rallyeleitung wird dies bestätigt, da Rettungsfahrzeuge aufgrund mangelnder Bodenfreiheit nicht mehr einfahren können. Die längste Prüfung musste gestrichen werden, die Rallye wurde zum absoluten Sprintbewerb. Bei nur mehr drei ausständigen Sonderprüfungen betrug die Differenz an der Spitze lediglich knapp über zehn Sekunden, die Hermann Neubauer vor Gerwald Grössing lag. Ein „finale furioso“ stand bevor.

Simon Wagner vor Michael Böhm

Bei den zweiradgetriebenen Fahrzeugen ist die Rangordnung bereits von der ersten Sonderprüfung an fixiert. Simon Wagner gewann jede Sonderprüfung vor dem jeweils Zweiten, Michael Böhm. Am Ende lag der Citroën DS3 R3 MAX fast eine Minute vor dem nominell schwächeren Opel Adam R2 von Meister Böhm. Dem amtierenden 2WD-Staatsmeister blieb der überlegene Sieg in dem von drei technischen Defekten gezeichneten Opel Cup.

Die letzte Sonderprüfung Hirterbier wurde als Powerstage gewertet, die Bestzeit brachte daher zusätzliche Meisterschaftspunkte. Gerwald Grössing schaffte es mit viel Mut und Können, diese im eigenen Hof nach Hause zu holen und Neubauer um 2,9 Sekunden auf Platz zwei zu verweisen. Die Schneebergland Rallye gewann jedoch Hermann Neubauer. Der 28-jährige Lungauer entschied die Dritte von vier bereits absolvierten ORM-Rallyes um nur 8,8 Sekunden für sich und bekräftigte damit deutlich seine Ambitionen auf den Meisterschaftstitel 2016.

Das Endresultat der Schneebergland Rallye:

  1. Hermann Neubauer/Bernhard Ettel 1:11:37.1
  2. Gerwald Grössing/Siegfried Schwarz +8.8
  3. Raimund Baumschlager/Thomas Zeltner +50.1
  4. Niki Mayr-Melnhof/Poldi Welsersheimb +2:44.2
  5. Karl Wagner/Gerda Zauner +3:51.5
  6. Christian Schuberth-Mrlik/Elke Aigner +4:55.1
  7. Franz Sonnleitner7Walter Pfaffenhuemer +4:57.1
  8. Julian Wagner/Jürgen Heigl +5:37.1
  9. Simon Wagner/Ursula Mayrhofer +7:12.3
  10. Michael Böhm/Jasmin Joll +8:19.2
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