Raimund Baumschlager ließ alle im Regen stehen

Hannes Danzinger schied bei der Lienz Rallye vorzeitig aus. - Foto: Harald Illmer
Share Button

MOTORSPORT. 14 der 15 Sonderprüfungen der Rallye Lienz gewann Staatsmeister Raimund Baumgartner. Zweiter wurde Lokalmatador Gerwald Grössing.

Die ŠKODA Rallye Liezen sah gleich drei Fahrzeuge der tschechischen Marke am Start, alle drei standen am Serviceplatz von Raimund Baumschlagers Firma BRR. Am Ende jubelte aber der Teamchef höchstpersönlich. Der seit der letzten Rallye als Meister feststehende Oberösterreicher siegte gemeinsam mit Co-Pilot Thomas Zeltner im ŠKODA Fabia R5 überlegen und wiederholte damit seinen Vorjahressieg in Liezen. „Wahnsinn. Das war sicher eine der schwierigsten, wenn nicht die schwierigste Rallye des Jahres. Der heutige Tag war teilweise nicht mehr lustig, die Neutralisation der beiden Sonderprüfungen war gut überlegt und gerechtfertigt, auch wenn das für die Fans äußerst schade war.“

Hinter Baumschlager fuhr Lokalmatador Gerwald Grössing einen feinen zweiten Platz ein, für den Ford Fiesta R5 Piloten und seinen Beifahrer Sigi Schwarz ein schöner Erfolg: „Wir sind das beste Amateur-Team, es ist perfekt gelaufen. Das ist wie ein Sieg, immerhin haben wir genau zur rechten Zeit attackiert und den ungarischen Meister geschlagen. Raimund ist als Profi für uns sowieso ‚out of range‘.“
Platz drei der Gesamtwertung ging an einen Gast aus Ungarn: Norbert Herczig beendete seine erste Regenrallye mit dem neuen Skoda Fabia R5 und seinem ebenfalls neuen Co-Piloten Janek Czako auf dem Podium.“

Ausfall von Hannes Danzinger

Nach dem Ausfall von Hannes Danzinger holte sich Dominik Dinkel den Titel „schnellster 2WD-Pilot“, dementsprechend happy war der fünftplatzierte Deutsche: „Besser hätte es nicht laufen können. Die Prüfungen waren gigantisch, unheimlich schwierig. Ich habe so viel dazugelernt, einfach sensationell.  Für die ORM 2WD-Wertung bekommt Dinkel allerdings keine Punkte, daher war es am Ende Günther Knobloch, er sich über Platz sechs und volle Punkte für den 2WD-Sieg freuen durfte: „Das war sicher die schwierigste Rallye meiner Karriere.“

Einen Premierensieger gab’s im Opel Corsa OPC Cup: Christoph Lieb nutzte die Gunst der Stunde und setzte sich gegen Christoph Leitgeb durch. Der Kärntner fuhr allerdings nicht mehr auf der letzten Rille, reichte ihm doch der zweite Rang locker für seinen zweiten Cup-Gesamtsieg in Folge: „Ich bin wirklich froh, dass wir im Ziel sind. Es war eine turbulente Rallye, aber das Auto, meine Co-Pilotin und die Mechaniker waren perfekt. Die Freude über die erfolgreiche Titelverteidigung ist groß, jetzt wird gefeiert!“ Der dritte Platz im OPC Cup ging an Heimo Hinterhofer, der lange Zeit um die Spitze mitkämpfen konnte.
Serienklasse RC13:

In der Division P2 gab es eine sehenswerte Aufholjagd von Martin Kalteis (Mitsubishi Lancer Evo VI), der am ersten Tag am Rundkurs mit einer Strafzeit bedacht wurde. „Die Rallye war trotzdem eine lässige Sache“, so Martin Kalteis, der in Sachen Schwierigkeitsgrad seine eigene Interpretation hatte: „Auf einer Skala von eins bis zehn war’s eine Neuneinhalb, auf die Zehn hat nur noch Eisregen gefehlt.“ Er beendete die ŠKODA Rallye Liezen hinter Sieger Gerald Pöschl (Mitsubishi Lancer Evo VI) auf Rang zwei. Horst Stürmer (Audi 85/5 quattro) wurde Dritter, Herbert Weingartner (Toyota Celica 4 WD) Vierter – er konnte seine Gesamtführung aber dennoch verteidigen, beim Saisonfinale im Waldviertel geht es jetzt zwischen ihm und Martin Kalteis um den Titel.

In der Division P3 siegte Lokalmatador Mike König (Opel Astra GSi): „Es hat alles gepasst, wir hatten zwar unsere Aha-Momente, aber die Hauptsache ist, dass wir im Ziel sind. Dass es der Klassensieg geworden ist, freut uns natürlich riesig!“ Die Plätze belegten Klaus Demuth (Renault Clio 2.0) und Kurt Adam. Dem mittlerweile 79-jährigen Adam gelang damit das Kunststück, seinen eigenen Weltrekord als „ältester Motorsport-Titelträger“ einzustellen: „Es war eine harte Rallye, ich bin froh, dass wir im Ziel sind. Es ist meine letzte volle Saison und ich hab’s wirklich noch einmal geschafft, den OSK Pokal zu holen. Nach meiner 49. Saison ist jetzt aber Schluss, ich fahr‘ keine Meisterschaft mehr.“

Der Karlstettner Ossi Posch (Ford Escort RS2000) gewann die Division 1 gegen Leo Theuretsbacher (BMW 2002ti), in der Division 2 war Willi Rabl (Porsche 911 SC RSR)  aus Mautern trotz Technik-Troubles (rutschende Kupplung) siegreich.

ŠKODA Rallye Liezen 2015, Endstand:
1. Raimund Baumschlager/Thomas Zeltner, ŠKODA Fabia R5, 1:23:01,3 Std.
2. Gerwald Grössing/Sigi Schwarz, Ford Fiesta R5, + 1:29,6 Min.
3. Norbert Herczig/Janek Czako, ŠKODA Fabia R5, + 1:53,9
4. Maximilian Koch/Lisa Brunthaler, ŠKODA Fabia S2000, + 4:42,7
5. Dominik Dinkel/Pirmin Winklhofer, Opel Adam R2, + 9:25,1
6. Günther Knobloch/Jürgen Rausch, Citroen DS3 R3 MAX, + 9:49,3
7. Willi Stengg/Jürgen Klinger, Opel Adam R2, + 10:26,2
8. Gernot Zeiringer/Martin Pucher, Peugeot 208 R2, + 11:09,2
9. Reini Sampl/Bernhard Ettel, Audi TTS quattro, + 11:21,2
10. Christoph Lieb/Catharina Schmid, Opel Corsa OPC, + 12:57,3

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*