Mit neuem Umfeld will Schrott zurück zum Glücksgefühl Themen:Leichtathletik ÖOC-Präsident Karl Stoss und Generalsekretär Peter Mennel überreichen Beate Schrott ihr neues Olympia-Diplom. - Foto: ÖOC Von: Heinz Harauer 19. Mai 2017 LEICHTATHLETIK. Beate Schrott klinkt sich wieder im Spitzensport ein. Der Start ist im Olympia-Zentrum Salzburg-Rif. Bei einer kleinen Feier im ÖOC-Büro in Wien wurde Beate Schrott nachträglich ein Diplom für ihren siebenten Platz bei denn Olympischen Spielen in London überreicht, der ihr nach dem Dopingfall Nevin Yanit aus der Türkei zustand. Vielleicht ein weiterer Schub für die 29-jährigen St. Pöltnerin, wieder in den Spitzensport voll einzusteigen. Denn am Samstag startet Beate bei den Vereinsmeisterschaften im Olympia-Zentrum Salzburg-Rif in die neue Saison. „Das WM-Limit von 12,98 Sekunden müsste machbar sein“, glaubt Schrott. Doch gewagte Prognosen will sie nicht aufstellen: „2016 war rein sportlich mein schlechtestes Jahr. Das muss aus dem Kopf raus. Und das gelingt am besten mit Top-Leistungen – wie damals in London. Vier Jahre nach ihrer Sternstunde bei den Olympischen Spielen 2012 erlebte Beate Schrott in Rio ihre bitterste Stunde. In der Vorbereitung von Verletzungen zurück geworfen, kommt die Olympia-Siebente von London bei den Olympischen Spielen 2016 nicht über den Vorlauf hinaus. „Ich lag heulend am Badezimmerboden“, gab sie Journalisten damals schonungslos Einblick. Rio war letztendlich nur ein Symptom, der negative Höhepunkt einer verkorksten Vorbereitung. „Mein Betreuer in Arnheim hat leider die völlig falschen Trainingsreize gesetzt. Wir haben viel zu viel auf Kraft fokussiert – zu Lasten der Schnelligkeit. Ich bin im Training Zeiten gelaufen, wo ich mir dachte‚ dafür muss ich echt nicht trainieren“. Im Juni 2016 zieht Schrott die Reißleine – zu spät. „Meine Leistungen die gesamte Saison 2016 über waren nicht berauschend. Rio war dann noch mal ein richtig herber Schlag ins Gesicht“, spricht die Niederösterreicherin mit entwaffnender Offenheit über die damalige Zeit. Stuttgart, St. Pölten und die Südstadt sind Trainingsstützpunkte Doch Schrott ist eine Kämpferin. Für die neue Saison will sie es noch einmal wissen. Nach Saisonende 2016 wird sie bei Sven Rees in Stuttgart vorstellig. Seine Referenzen: Unter seiner Ägide schafften es 21 Athleten zu den Olympischen Spielen in Rio, ein Drittel davon kam ins Finale. Das sportliche Aushängeschild der Sportunion St.Pölten war von seinem Stil auf Anhieb begeistert: „Sein Konzept hat mir gut gefallen, er setzt genau an meinen Schwachstellen an“. Im Schnitt geht es für Beate nun alle zwei Wochen für drei bis vier Tage nach Stuttgart. Den Rest der Zeit trainiert sie in St. Pölten auf der Union-Sportanlage oder der Südstadt. Mit Zielformulierungen für die neue Saison ist sie bewusst vorsichtig, die Zeit nach Rio hat sie reifen lassen. Nach den Spielen fliegt sie aus dem Projekt Rio und Team Rot-Weiß-Rot Kader, auch viele Sponsoren ziehen sich zurück. Andere halten ihr auch in schwierigen Zeiten die Treue, etwa der ÖLV, das Sportland Niederösterreich, die Union St. Pölten und das Autohaus Hofbauer. Unterstützung findet sie auch bei ihrem Freund, Dreisprung-Olympiasieger Christian Taylor. „Chris war eine große Hilfe für mich, weil er das Sportler-Dasein kennt. Außerdem sind wir beide gläubig, das gibt uns zusätzliche Kraft.“ Die schwierige Zeit hat auch ihre Perspektive verändert. „Ich denke mir, dass alles aus einem Grund passiert. Auch wenn ich den Grund heute noch nicht verstehe, aber wahrscheinlich war die Erfahrung aus Rio notwendig für mich.“ Statt der knallharten Jagd nach Bestzeiten und Medaillen soll der Spaß am Hürdenlaufen wieder in den Vordergrund rücken. „Ich habe mir nach Rio viele Gedanken über meine Ziele und Erwartungen gemacht. Ich will einfach wieder dieses Glücksgefühl zurück. Wenn ich beispielsweise heuer das WM-Limit, und damit unter 13,00 laufe, freu‘ ich mir einen Haxen aus.“ Julia Mayer und Andreas Vojta holen 10.000m-TitelWACHAUmarathon – Kenianerin Lekapana holt StreckenrekordLimberger und Schrank die Velo/Run-SiegerDer fünfte Vision Run starten bei der NV ArenaDer Frauenlauf beginnt bei der NV-ArenaBeate Schrott läuft ins EM-SemifinaleAuch Beate Schrott schaffte Limit für EM in BerlinMayr gewann Worldcup-Bewerb am GroßglocknerIvona Dadic verpasst Siebenkampf-Rekord um 4 PunkteDie Limits stehen für EM-StartplatzvergabeVizeweltmeisterin Ivona Dadic LokalmatadorinDadic & Schrott starten beim Liese Prokop Memorial