Kaumbergerin Jenni Wendt im 5000-m-WM-Finale Themen:Leichtathletik Jennifer Wendt freut sich vor dem WM-Maskottchen. - Foto: Facebook Von: Heinz Harauer 27. August 2015 LEICHTATHLETIK. Jeniffer Wendt sorgt mit ihrem Finaleinzug für die große Überraschung, Beate Schrott erfüllte die Vorgabe von Trainer Rana Reider mit dem Erreichen des Semifinale. Die Kaumbergerin Jennifer Wendt hat am „Österreicher-Tag“ der Leichtathletik-WM von Peking mit vier Starts von ÖLV-Athleten für das herausragendste Resultat gesorgt. Über 5000 Meter schaffte sie im „Vogelnest“-Olympiastadion mit toller kämpferischer Leistung in 15:43,57 Minuten den Einzug ins Finale. In ihrem Heat erreichte sie den siebten Rang. Insgesamt erzielte sie die 15.-schnellste Zeit, womit sie über die Zeitregel den Aufstieg in den Endlauf schaffte. Beim WM-Debüt ins Finale – ein toller Auftritt der 24-jährigen Niederösterreicherin, die als Außenseiterin an den Start gegangen war und das erste österreichische WM-Finale seit 2009 erreichte. Dementsprechend groß war ihr Jubel auf Facebook: „Es ist so schön zu sehen, dass sich harte Arbeit und Hartnäckigkeit auszahlt.“ Nach der Freiluft-EM in Zürich 2014, wo sie im direkten Finale in 15:47,61 Minuten Rang elf erreichte, und der Hallen-EM in Prag 2015, wo sie im Finale über 3000 Meter auf den neunten Platz kam, hat die von Karl Sander trainierte Läuferin nun zum dritten Mal in Folge bei einer großen Meisterschaft mit einer Topleistung aufgezeigt. Jenni Wenth war im zweiten von zwei Vorläufen an der Reihe. Die Top-5 jedes Heats und fünf weitere Zeitschnellste sollten es ins Finale schaffen. Nach dem ersten Heat war die Aufstiegs-Chance am Leben. Zwischen 15:33 und 15:48 waren die Athletinnen auf den Plätzen 5-10 gelaufen. Mit einer Zeit um 15:40 durfte man auf den Aufstieg hoffen. Den realisierte die SVS-Athletin erst Minuten nach dem Rennen mit einen Jubelschrei: „Ich bin sehr froh, es ist unglaublich. Die letzten zwei Kilometer waren hart. Ich hätte nie gedacht, dass ich mit 15:43 weiter komme.“ Beate Schrott über die Zeitregel im Semifinale Beate Schrott belegte im dritten von fünf 100-m-Hürden-Vorläufen den fünften Rang – ganze zwei Hundertstel Sekunden fehlten zum Direkt-Aufstieg. Nach einer Viertelstunde war das Zittern zum Glück vorbei, durfte sich die 27-jährige St. Pöltnerin über ein Happy-End freuen. Die ÖLV-Rekordhalterin sicherte sich als Gesamt-19. über die Zeitregel den Semifinal-Aufstieg. „13,04 Sekunden bei 1,0 m/s Gegenwind, das ist wirklich solide. Ich war bei einem Großereignis im Vorlauf noch nie schneller – und ich hab‘ mein Ziel – sprich den Aufstieg ins Semifinale – erreicht“, meinte die Niederösterreicherin sichtlich erleichtert. „Für morgen ist eine Saison-Bestleistung (12,92) durchaus im Bereich des Möglichen. Den Start muss ich besser hinkriegen.“ Die beiden schnellsten Vorlaufzeiten erreichten Brianna Rollins (USA/12,67) und Beates Trainingskollegin Tiffany Porter (Eng/12,73). Das Semifinale steigt am Freitag. Mit ihren 13,04 Sekunden war sie schneller als bei den Vorläufen der WM 2011 in Daegu und bei den Olympischen Spielen in London 2012. In Daegu war sie im Vorlauf 13,25 (-0,6) gelaufen und hatte damit den Semifinalaufstieg geschafft. Diesmal waren für den Aufstieg über die Zeitregel 13,10 nötig. In London 20012 kam sie im Vorlauf auf 13,09 (+0,1). Eine schnellere Vorlaufzeit ist ihr nur bei der EM 2012 in Helsinki mit 12,98 (-0,1) gelungen. Gerhard Mayer mit Schmerzen unter seinen Möglichkeiten Gerhard Mayer (SVS Leichtathletik) konnte bei seiner vierten WM-Teilnahme sein Potenzial leider nicht abrufen. Mit 57,73 Meter steht er im Ergebnis nur an 30. und vorletzter Stelle. Probleme am Kreuzdarmbeingelenk haben ihn stark eingeschränkt. „Das Gelenk hat sich während des langen Fluges verschoben. Wir haben es seither nicht mehr hinbekommen. Ich hatte Schmerzen und war nicht in der Lage einzuwerfen. Darum auch dieses Resultat“, ärgert sich der SVS-Athlet. Dass der WM-Achte von 2009 deutlich mehr kann, hat er nicht nur Anfang Mai mit dem Überraschungswurf auf die damalige ÖLV-Rekordweite von 67,20 Meter bewiesen, sondern auch mit guten Auftritten beim Liese-Prokop-Memorial in St. Pölten (62,28m) und bei den Diamond League Meetings in London (61,88m) und Stockholm (60,49m). Bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 gibt es im Diskuswurf – hoffentlich – wieder eine zweifache Österreich-Besetzung, denn ebenso wie Weißhaidinger hat auch Mayer das Limit bereits übertroffen. ÖLV-Diskusrekordler Lukas Weißhaidinger (ÖTB OÖ) gelang bei seiner ersten Weltmeisterschaft eine starke Serie. Mit Würfen auf 60,68 Meter, 61,26 Meter und 60,62 Meter konnte er sein Ziel, „möglichst viele 60-Meter-Würfe zu sammeln“, perfekt umsetzen. In der Gesamtwertung kam er auf Rang 20. Für den Einzug ins WM-Finale der Top-12 von Peking waren 62,48 Meter nötig. Mit seinem WM-Debüt kann der 23-jährigen Oberösterreicher zufrieden sein: „ Alle drei Würfe waren in Ordnung, aber es wäre noch etwas mehr möglich gewesen. Ich muss meine Technik noch verfeinern. Für die Olympischen Spiele von Rio war es eine sehr wichtige Erfahrung“, sagte der Junioren-Europameister von 2011. 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