Korneuburger Frauen schlugen die Hypo-Profis

Der Kader des Frauenteams der Union WBZ Korneuburg. - Foto: zVg
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HANDBALL. Historische Pleite des Damen-Serienmeisters Hypo NÖ in Korneuburg: Nach mehr als 22 Jahren gab es für die Hypo-Girls eine 24:26-Niederlage.

Die Union WBZ Korneuburg hat  in der WHA für eine Riesensensation gesorgt. Das Team von Trainerin Jasna Kolar besiegte Serienmeister Hypo NÖ 1 in einem Spiel der 8. WHA-Runde in der Franz Guggenberger Sporthalle 26:24 (14:13) und schloss zu den Südstädterinnen auf. Beide Teams liegen mit zwölf Punkten aus sieben Partien an der Tabellenspitze. Zwei Punkte dahinter liegt mit UHC Müllner Bau Stockerau ein weiterer NÖ-Klub am dritten Tabellenplatz.

Für Hypo NÖ war es die erste Meisterschaftsniederlage seit 29. März 1993 – damals gegen WAT Fünfhaus. Nach unglaublichen 384 Meisterschaftsspielen. „Ich bin sprachlos. Das ist eine Sensation. Alle Spielerinnen haben eine Top-Leistung abgerufen. Dabei mussten wir sogar zwei Spielerinnen vorgeben. Wir sind jetzt gleichauf mit Hypo. Das ist natürlich nur eine Momentaufnahme. Es werden auch wieder Spiele kommen, in denen es für uns nicht so gut läuft. Aber jetzt ist die Freude einfach riesengroß“, jubelte Korneuburgs Sektionsleiterin Silvia Grill. Einst selbst bei Admira Landhaus, dem Hypo-Vorgänger als Serienmeister, fünf Jahre aktiv.

Die Korneuburgerinnen gaben sich von der ersten Minute an respektlos sowie konzentriert und nahmen das Match auch gleich in die Hand. Nach einem 4:0 (6.) kamen die Gäste bis zum Pausenpfiff auf ein Tor heran. Unmittelbar danach gelang zwar den Südstädterinnen der Ausgleich, danach waren die Gastgeberinnen ständig in Front. Beim 26:22 (57.) kam der Hypo-Endspurt zu spät. Hypo NÖ hatte mit fünf vergebenen Siebenmetern zur Niederlage einiges beigetragen.

Ex-Hypo-Star Jasna Kolar Trainerin des Sensationsteams

Trainerin des Sensationsteams ist übrigens mit Jasna Kolar eine ehemalige Hypo-NÖ-Stütze und Rekordtorschützin im ÖHB-Nationalteam. Sie  begann in ihrer Heimat bei ŽRK Lokomotiva Mostar mit dem Handballsport. „Napoleon“ Gunnar Prokop holte sie 1984 zum Spitzenklub Hypo NÖ nach Österreich. Im gleichen Jahr gewann sie mit Jugoslawien die Olympische Goldmedaille. Nachdem sie 1985 österreichische Staatsbürgerin wurde, lief sie für die Österreichische Nationalmannschaft ein. Sie nahm mit Österreich an der Olympiade 1992 teil und ist mit 1206 Treffern in 163 Länderspielen noch immer Rekordtorschützin des ÖHB-Teams.

Jasna Kolar hatte am beispiellosen Höhenflug von Hypo NÖ einen großen Anteil. Sie war bei vielen der 38 Meistertiteln und 27 Cuperfolgen des Klubs dabei, hatte in ihrer großartigen Karriere in Österreich mit Hypo NÖ acht Champions League-Siege und wurde 1990 zur Welthandballerin des Jahres gewählt.

 

 

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