80.000 Fans bei der Premiere der Jännerrallye

Mit einem starken Finish holte sich Johannes Keferböck den Premierensieg. - Foto: Daniel Fessl
Share Button

MOTORSPORT. Lokalmatador Johannes Keferböck gewinnt erstmals die Jännerrallye.

Die Rückkehr der legendären Jännerrallye mit Start- und Ziel in Freistadt stand am Beginn des heurigen Jahres im Mittelpunkt des heimischen Motorsportinteresses. Die dafür verantwortlichen Leute kommen alle aus dem Lager aktiver Rallyefahrer aus der Region. Mario Klepatsch, Robert Zitta, Gerald Haider und Christian Birklbauer wagten den Versuch, aus dem Cockpit eines Rallyefahrzeuges auszusteigen und dafür die Organisation der Jännerrallye 2018 zu übernehmen. Wie es mit der Traditionsveranstaltung weitergeht, wird sich erst in den nächsten Wochen nach Vorlage einer Bilanz zeigen.

Bei der 33. Jännerrallye der Geschichte feiert mit Johannes Keferböck aus Pregarten erstmals ein echter Mühlviertler den Sieg. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem er eigentlich gar nicht mehr daran denken durfte. Denn als der Unterweitersdorfer Simon Wagner – ebenfalls ein Mühlviertler – nach 2:06,27 Minuten durchs Ziel der 16. und letzten Sonderprüfung in der Arena Königswiesen – Haid fuhr, stand dieser praktisch als Sieger fest. Doch dann passierte das Unfassbare. Auf dem Rückweg von der finalen SP ins Regrouping in Freistadt, gab das Getriebe des vermeintlichen Siegerautos den Geist auf. Simon Wagner stand 45 Kilometer vom Etappenziel, welches laut Reglement erreicht werden muss, entfernt, und in seinen Mazda 323 ließ sich kein Gang mehr einlegen. Die tragische Doublette dabei: Damit hat Simon Wagner genau jenes Schicksal ereilt, das drei Prüfungen zuvor schon den klar dominierenden Niki Mayr-Melnhof aus der Rallye warf. Auf der Verbindungsetappe von SP 13 ins Service nach Freistadt gab die Benzinpumpe seines Ford Fiesta R5 den Geist auf und beraubte den Steirer all seiner Hoffnungen auf den Sieg. Zum Zeitpunkt des Ausfalls lag Mayr-Melnhof schon fast drei Minuten vor Wagner und hatte 9 von 13 Sonderprüfungen für sich entschieden. Er konnte nur schwer enttäuscht Bilanz ziehen: „Was soll man machen. Das ist einfach nur Pech. Es war trotzdem eine super Rallye für uns. Wir haben Spaß gehabt und eine tolle Show geboten. Dass dann eine defekte Benzinpumpe alles kaputtmacht, dafür gibt es eigentlich keine Worte.“

Ernst Haneder aus St. Oswald verpasste Stockerl

Für Johannes Keferböck, der zum zwölften Mal am Start der Jännerrallye stand, schloss sich am Ende der Kreis: Nach seiner Bestzeit in der ersten Sonderprüfung am Eröffnungstag stand er ganz oben, nach dem Ende der Rallye  wieder. Auf Platz zwei konnte Gerhard Aigner aus Vorchdorf (wie Keferböck in einem Ford Fiesta R5) über den größten Erfolg seiner bisherigen ORM-Karriere jubeln. Auf dem Siegespodest wäre mit Ernst Haneder aus St. Oswald gerne noch ein Oberösterreicher gestanden. Doch der Mitsubishi-Pilot riskierte auf der vorletzten Prüfung in Unterweissenbach zuviel, rutschte – auf Rang drei liegend – von der Strecke und kam nicht mehr auf diese zurück. So konnte sich am Ende der Deutsche Hermann Gaßner (Mitsubishi Evo X) über diesen Erfolg freuen.

Den Sieg in der 2-WD-Wertung holte sich der Amstettner Christoph Zellhofer (Suzuki Swift) vor Franz Paireder (Peugeot 206). Bis es so weit war, musste er jedoch hart kämpfen. Die Vorentscheidung in einem Duell auf Augenhöhe fiel erst auf der 21 Kilometer langen SP 14 Bad Zell – Tragwein – Aisttal. Da war Zellhofer um 27 Sekunden schneller als Paireder und legte damit den Grundstein zum Erfolg.

 

Jännerrallye 2018, Endstand nach 16 Sonderprüfungen:

1. Johannes Keferböck/H. Gründlinger A/A Ford Fiesta R5 2:21:12,0 Std
2. Gerhard Aigner/Marco Hübler A/A Ford Fiesta R5 +1:21,7 Min
3. Hermann Gaßner/Lena Öttl D/D Mitsubishi Evo X +2:41,4 Min
4. Johann Seiberl/Daniel Pirklbauer A/A Mitsubishi Evo VI +3:20,1 Min
5. Sebastian Kletzmayr/Martin Tomasini A/A Skoda Fabia R5 +3:29,2 Min
6. Christian Mitterlehner/Chr. Kastner A/A Audi S2 +9:31,1 Min
7. Gerald Bachler/Chr. Wögerer A/A Subaru Impreza WRX +10:35,7 Min
8. Bernhard Stitz/Harald Bachmayer A/A Mitsubishi Evo VI +11:30,3 Min
9. Markus Steinbock/Gabriele Ölsinger A/A Mitsubishi Evo V +12:59,5 Min
10. Martin Desl/Günther Bergsmann A/A Mitsubishi Evo VII +14:28,0 Min
11. Markus Stockinger/Johann Rainer A/A Mazda 323 +16:58,3 Min
12. Steven Schierlinger/Petrer Medinger A/A Mitsubishi Evo III +18:46,0 Min
13. Bernd Birngruber/Christian Hofstadler A/A Subaru Impreza +19:57,4 Min
14. Christoph Zellhofer/Thomas Schöpf A/A Suzuki Swift +20:12,9 Min
15. Franz Paireder/Michael Pilz A/A Peugeot 206 +21:02,7 Min

Punktestände in der Rallye-Staatsmeisterschaft

ORM: 1. Johannes Keferböck 25, 2. Gerhard Aigner 21, 3. Johann Seiberl 17.

ORM 2-WD: 1. Christoph Zellhofer 28, 2. Franz Paireder 20, 3. Christian Gassner 16.

ORM Junior: 1. Christoph Zellhofer 25, 2. Martin Ritt 18, 3. Thomas Kaiser 15.

Rallye Cup Division 1: 1. Johann Seiberl 28, 2. Christian Mitterlehner 18, 3. Gerald Bachler 15. –  Division 2: 1. Christoph Zellhofer 28, 2. Franz Paireder 20, 3. Jiri Petrasek (Tch) 16.

 

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*