Die Talfahrt des SKN St. Pölten zur Roten Laterne

Auch Florian Mader rätselt über die schlechte Leistung des SKN auf dem grünen Rasen. - Foto: Helmut Lackinger.
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FUSSBALL. Das Desaster ist perfekt: Durch die 2:3-Heimniederlage übernahm der SKN St. Pölten die Rote Laterne von Ried in der Bundesliga.

SKN St. Pölten – SV Ried 2:3 (1:2). – SKN: Riegler; Dober, Huber, Petrovic, Grasegger (79. Parvulescu); Mader; Stec (46. Luckassen), Hartl, Thürauer (65. Perchtold), Schütz; Segovia. – Tore: Dober (29.), Segovia (88.); Walch (3., 10.), Ademi (57.). – Der Tabellenletzte aus Oberösterreich war jener Strohalm, an dem sich der SKN St. Pölten aus dem Tabellenkeller herausziehen wollte. Auch deshalb, weil die Rieder eine grottenschlechte Auswärtsbilanz vorzuweisen hatten: Seit elf Runden warteten die Oberösterreicher vergeblich auf einen Sieg.

Auch die SKN-Fans dürften kein Vertrauen in ihrem Mannschaft haben: Nur knapp 2600 Zuschauer wollten den Bundesliganeuling in diesem so wichtigen Spiel unterstützen. Die weitaus wenigsten der gesamten Runde, sieht man von den 16.600 Besuchern des Schlagers Sturm Graz gegen Rapid ab. Doch schon nach zehn Minuten und einem Doppelschlag von Clemens Walch (3., 10.), bei dem Keeper Christoph Riegler starke Schützenhilfe leistete, wurden alle Vorsätze über Bord geworfen.

Erschreckend, wie einfallslos und zaghaft der Spielaufbau verlief, der Ball zu oft in die Breite oder zurück gespielt wurde. Damit konnten die Gäste ohne Mühe das Kommando übernehmen. Aus einer Standardsituation fiel der Anschlusstrefffer: Florian Mader spielte einen Freistoß  exakt zur Andi Dober, der aus gut 25 Meter abzog und den Ball volley unhaltbar für Thomas Gebauer in die Maschen knallte. Drei Minuten später:   Nach einer Schütz-Hereingabe kam Kapitän Lukas Thürauer zum Abschluss, mit U21-Teamspieler David Stec „verhinderte“ auf der gegnerischen Torlinie ein eigener Mann den durchaus möglichen Ausgleich (31.).

Am Spielcharakter änderte sich kaum etwas. Die behäbige und planungslose Kickerei wurde auch nach der Pause fortgesetzt, obwohl Daxbacher mit Kevin Luckassen eine zweite Sturmspitze neben Daniel Schütz eingesetzt wurde. Typisch das 1:3 durch Orhan Ademi (57.), dem ein verhängnisvoller Fehlpass im Mittelfeld von Kapitän Lukas Thürauer vorausging: Ademi „spazierte“ locker durch die völlig desorientierte Abwehr, hatte keine Probleme, den Ball zum 3:1 in Rieglers Gehäuse unterzubringen. Das Aufbäumen der Wölfe kam zu spät: Segovia gelang in der 88. Minute der Anschlusstreffer. In der Nachspielzeit vergab Luckassen sogar den Ausgleich: Vom kleinen Strafraum schoss er den Ball über die Querlatte. Apropos Neuerwerbung: Daniel Schütz scheint der einzige Neuzugang sein, der eine Verstärkung ist. Die restlichen zehn? Da müsste man eigentlich Sportdirektor Frenkie Schinkels fragen. Trainer Karl Daxbach weiß anscheinend keine Antwort. Sonst würde er mehr einsetzen.

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