Alle jagen Staatsmeister Raimund Baumschlager

Der Niederösterreicher Gerwald Grössing (Bild) jagt Rekord-Staatsmeister Raimund Baumschlager. - Foto: Harald Illmer
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MOTORSPORT. In Leutschach wird mit der Rebenland Rallye die Staatsmeisterschaft eröffnet. Die Veranstalter melden neuen Teilnehmerrekord.

Fast mit dem Frühlingsbeginn erwacht die Südsteiermark aus dem Winterschlaf. Und als lautstarker Wecker dient wie schon in den letzten vier Jahren jenes Geräusch, das die Herzen der zahlreichen Motorsportfreunde im Gebiet rund um Leutschach höher schlagen lässt. Am Freitag, wird die fünfte Rebenland Rallye gestartet – und das zum ersten Mal als Saisonauftakt, nachdem die Jännerrallye heuer bekanntlich nicht stattgefunden hat.


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Das Rebenland-Organisationsteam rund um den Leutschacher Bürgermeister Erich Plasch ist bereits startklar. „Wir haben alles im Griff, es könnte schon losgehen“, freut sich Plasch wieder auf rund 15.000 Zuschauer. „Zwischen 2006 und 2011 wurden dort im März durchschnittlich rund 600 Nächtigungen registriert. Ab dem März 2012 – wo die Rallye zum ersten Mal stattfand-  bis 2015 stieg diese Zahl allein im Rebenland auf über 1.600 an“, bestätigt Komm.Rat Johann Lampl, Obmann der WKO Regionalstelle Südsteiermark, den erfreulichen Aufwärtstrend.

Neubauer und Grössing fordern Baumschlager heraus

Die Rebenland Rallye im Raum Leutschach wird am kommenden Freitag gestartet. Zum ersten Mal in der fünfjährigen Geschichte des südsteirischen Motorsportspektakels gilt die Rallye als Saison-Opener. Und zum ersten Mal seit 2011, als es Beppo Harrach gelungen ist, den einmaligen Siegeszug von Raimund Baumschlager durch die heimische Staatsmeisterschaft zu unterbrechen, steht der 13-fache Champion so richtig unter Druck. Zwei Piloten, Hermann Neubauer und Gerwald Grössing, haben die Neuerung im Reglement genutzt und sich ein World Rallye Car geleistet. Mit rund 30 PS mehr als der R5-Bolide von Baumschlager zu leisten imstande ist, kommt das Duo um die Favoritenrolle nicht herum. Um ihren Willen, die Vorherrschaft des Seriensiegers zu brechen, machen die beiden kein Geheimnis – was der Rallyemeisterschaft in Österreich nur gut tun kann und den Fans wohl Motorsport auf höchstem Niveau garantieren wird. Schon allein der Schlagabtausch im Vorfeld der Rebenland Rallye erinnert an gute alte Zeiten, als sich die Kontrahenten nicht nur Gefechte auf den Sonderprüfungen, sondern auch solche mit Worten geliefert haben.

Hier die Stimmen einiger Piloten vor der Rebenland Rallye 2016:
Hermannn Neubauer (Ford Fiesta WRC): „Ja, ich trete an, um Meister zu werden. Das ist der Anspruch, den man sich setzen muss, wenn man mit einem WRC in die Saison geht. Darum nehme ich Gerwald Grössing auch seine kolportierte Aussage, dass er nur ,just for fun‘ in der Meisterschaft mitfährt, nicht ganz ab. Das ist Tiefstapelei, die nicht angebracht ist. Ich habe mich mit dem Auto bereits bei einem sehr guten Test anfreunden können. Ein, zwei Tests stehen sogar noch auf dem Programm, also sehe ich dem Ganzen sehr, sehr positiv entgegen. Aber Raimund Baumschlager ist noch immer 13-facher Staatsmeister und der Mann mit der meisten Erfahrung. Zudem gewinnt man eine Rebenland Rallye nicht im Vorbeigehen vier Mal hintereinander.“

Gerwald Grössing (Ford Fiesta WRC): „Raimund Baumschlager ist Rekordstaatsmeister und das hat er sich auch hoch verdient. Aber kein Mensch hat jemals geschrieben, dass er eigentlich immer im stärksten Auto gesessen ist und manchmal auch nur deswegen gewonnen hat. Jetzt ist es halt einmal umgekehrt, und es sind zwei motorisch stärkere Autos als seines im Feld. Aber das ist auch schon unser einziger Vorteil. Baumschlager ist noch immer der Mann mit der meisten Routine, und er verfügt noch immer über das höchste Budget. Das sind also noch immer zwei Komponenten, die klar für ihn sprechen. Natürlich will ich im Rebenland gewinnen, und wenn alles passt, dann werde ich das auch. Für Hermann Neubauer bleibt da leider nur der Sieg in der Damenwertung übrig.“

Michael Böhm (Opel Adam R2): „Ich bin in erster Linie froh, dass ich überhaupt die Meisterschaft bestreiten kann. Lange Zeit hat es aus budgetären Gründen nicht danach ausgesehen. Jetzt habe ich jedoch mit einem Opel Adam R2 von Stengg Motorsport die Möglichkeit, meine drei Staatsmeistertitel in der 2WD-Meisterschaft zu verteidigen. Das wird gegenüber den motorisch stärkeren R3-Autos, die dabei sind, keine leichte Aufgabe. Aber in Deutschland hat zum Beispiel ein Marjan Griebel schon bewiesen, dass man mit dem Opel durchaus auch Rallyes gegen höherklassige Rivalen gewinnen kann. Mittlerweile habe ich einen zufriedenstellenden Test absolviert und mich mit dem Auto ein wenig anfreunden können, wenngleich ein hundertprozentiges Vertrauen natürlich noch nicht da sein kann. Dazu fehlen mir schon noch einige Kilometer. Aber wir haben bereits ein sehr gutes Setup finden können, und vor allem mit den für mich auch völlig neuen Pirelli-Reifen hab‘ ich ein gutes Gefühl.“

Daniel Wollinger (Renault Clio R3): „Dank Eddy Schlager habe ich heuer die Möglichkeit, eine Renault Clio R3 zu fahren. Dass ich mit einem solchen Auto einer der Favoriten auf den 2WD-Titel bin, damit muss ich leben und nehme diese Rolle auch gerne an. Im Rebenland habe ich mich immer wohl gefühlt. Das ist eine tolle Rallye und noch dazu genieße ich dort als Steirer Heimvorteil. Nach meinem Privatunfall im letzten Jahr bin ich seit neun Monaten nicht mehr in einem Rennauto gesessen. Ich bin selber schon sehr gespannt auf mein Comeback in der Rallye-Szene.“

Luca Waldherr (Opel Adam R2): „Ich sitze zum ersten Mal in einem richtigen Rennauto. Die Tests waren unglaublich. Der Opel Adam R2 ist irrsinnig wendig, aber er verzeiht praktisch keine Fehler – im Prinzip muss man mit diesem Gerät das Autofahren neu lernen.  Daher sehe ich 2016 als weiteres Lernjahr in meiner Entwicklung. Ansonsten wollen mein neuer Copilot Tobias Unterweger und ich einfach unseren Spaß haben, der Rest wird sich dann schon ergeben. Ab der Opel-Heimrallye im Wechselland wollen wir im Opel Adam R2 Rallye-Cup vorne mitmischen.“


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