Bei der 6. Weiz Rallye war Neubauer nicht zu stoppen

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MOTORSPORT. Mit einer fehlerlosen Leistung holte sich Hermann Neubauer den fünften Rallye-Staatsmeisterschaftslauf in der Oststeiermark.

 Nach dem fünfjährigen Jubiläum im Vorjahr startete die Mannschaft des Rallye Club Steiermark heuer mit der 6. Auflage in gewohnt souveräner Manier ins nächste Zeitalter der Rallye Weiz als heimischer Staatsmeisterschaftslauf. Für den internationalen Anstrich sorgte wieder die FIA-Graduierung, neuerlich ein Lauf zur European Rally Trophy (ERT) zu sein.

Damit waren 85 Teams aus neun Nationen in der südoststeirischen Industriemetropole Weiz am Start. Rallye-Zampano Mario Klammer gelang es wieder neben dem sportlichen Verlauf der Rallye auch ein attraktives Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen. Erfreulich dabei war die Aussage des Hauptsponsors Knill Group, vertreten durch Christian Knill, dass man auch weiterhin ungebrochen am Engagement der Rallye Weiz festhalten würde. Ebenso würde laut dem früheren Vize-Bürgermeister von Weiz und nunmehrigen Landespolitiker Ingo Reisinger zukünftig eine Sonderprüfung in der Stadt Weiz weiterhin ein Thema bleiben.

OK-Chef Mario Klammer zu diesen erfreulichen Aspekten: „Es ist schön zu hören, dass die Rallye Weiz in der Öffentlichkeit angekommen ist und damit bereits ein fixer Bestandteil des sportlichen Geschehens in der Region geworden ist. Dass dadurch auch das internationale- und das gesamtösterreichische Interesse am Rallyesport weiter gestiegen ist, nehmen wir gerne zur Kenntnis.“

An alle im Vorfeld erwarten Vorgaben hat sich die 6. Rallye Weiz gehalten. Von der extremen Hitze über das praktisch schon traditionelle Donnerwetter bis zur elektrisierenden Spannung im Kampf um den Sieg . . . den am Ende wie im Vorjahr Hermann Neubauer für sich beanspruchen konnte. Hochverdient, weil er acht der insgesamt 14 Sonderprüfungen gewinnen konnte und auch physisch jenen Eindruck vermittelte, der einen mit vollstem Selbstvertrauen agierenden Staatsmeister eben auszeichnet. Das ist die eine Sache. Die andere ist, dass letztendlich alle seine potenziellen Gegner Nerven zeigten. Der als Siegertipp gehandelte Lette Nikolay Gryazin warf seinen Skoda Fabia R5 und sich selber schon auf der zweiten Sonerprüfung aus dem Bewerb. Gerwald Grössing legte seinen Ford Fiesta WRC auf SP 10 aufs Dach. Der vor der Rallye in der Meisterschaft führende Niki Mayr-Melnhof, im Endeffekt Dritter, leistete sich im Ford Fiesta R5 den einen oder anderen Dreher. Und sogar der 13-fache Champion Raimund Baumschlager wirkte mit seinem Weltmeister-Auto, dem VW Polo WRC, noch nicht so ganz auf Du und Du. Lange bot er Neubauer den größten Widerstand, aber spätesten, als er auf der Powerstage, der SP 13 Koglhof, ausrutschte, war die Rallye für ihn verloren. Letztendlich blieb dem Oberösterreicher aber trotzdem der zweite Platz.

Dementprechend zufrieden zeigt sich der Sieger: „Das war wahrscheinlich die beste Rallye meiner Karriere. Ich bin mit meinem Ford Fiesta WRC einen super Speed gefahren und habe Raimund Baumschlager mit unterlegenem Material schlagen können. Den Sieg widme ich meinem ZM-Racing-Team, das gerade in den letzten Wochen unheimlichen Einsatz gezeigt hat. Dem Veranstalter möchte ich besonders gratulieren. Die Weiz-Rallye ist die beste Rallye in Österreich.“

In der 2WD-Wertung gab der Finne Jari Huttunen den Takt vor. Der Werkspilot des deutschen Opel Junior Teams war ständig im Sog der besten Allradler zu finden und überzeugte mit tollen Zeiten. Den Sieg in der für die Staatsmeisterschaft bedeutsamen 2WD-Wertung holte sich deshalb der pfeilschnelle Oberösterreicher Julian Wagner, womit er seinen Schotter-Sieg zuletzt im Schneebergland diesmal auch auf Asphalt bestätigen konnte. Was insoferne überrascht, als Wagner mit dem Opel Adam R2 keineswegs im stärksten Auto in dieser Klasse sitzt. Damit sicherte das 30-jährige Geburtstagskind seine 2WD-Gesamtführung ab. Der Niederösterreicher Michael Kogler (Citroen DS3 R3) machte das Siegespodest komplett.

Kris Rosenberger bereits Klassensieger

In der Historischen Rallye Staatsmeisterschaft hatte der spätere Sieger Kris Rosenberger (Porsche 911) lange Zeit schwer mit dem Steirer Gert Göberndorfer (Opel Ascona) zu kämpfen. Erst als dieser durch einen Ausritt mit anschließendem Reifendefekt 17 Minuten verlor, war der Weg für Rosenberger geebnet. Mit vier Siegen in fünf Rallyes ist der Historische Meister von 2014 somit auch heuer nicht mehr einzuholen. Platz zwei ging bei der Rallye Weiz an den Kremser Willi Rabl im Porsche 911, Dritter wurde Oskar Hebenstreit (Ford Escort).

Die Austrian Rallye Challenge (ARC) ging an Michael Kogler vor Daniel Fischer und Christoph Zellhofer. Die Austrian Rallye Trophy (ART) holte sich Gerald Rigler vor Markus Kroneder.

Endstand der Rallye Weiz 2017 :
1. Hermann Neubauer/Bernhard Ettel A/A Ford Fiesta WRC 1:36:00,5 Std
2. Raimund Baumschlager/P. Winklhofer A/A VW Polo WRC +2:01,3 Sek
3. Niki Mayr-Melnhof/L. Welsersheimb A/A Ford Fiesta R5 +3:09,3 Min
4. Dominik Dinkel/Christina Kohl D/D Skoda Fabia R5 +4:55,8 Min
5. Ondrej Bisaha/Martin Behula CZ/CZ Ford Fiesta R5 +5:22,4 Min
6. Vojtech Stajf/Marketa Skarcelova CZ/CZ Skoda Fabia R5 +5:48,0 Min
7. Jari Huttunen/Antti Linnaketo Fin/Fin Opel Adam R2 +7:36,2 Min
8. Gerald Rigler/Martin Rossgatterer A/A Ford Fiesta R5 +7:50,8 Min
9. Antonin Tlustak/Ivo Vybiral CZ/CZ Skoda Fabia R5 +8:24,7 Min
10. Björn Satorius/Lina Meter D/D Subaru Impreza +8:28,8 Min
11. Julian Wagner/Anne Katrin Stein A/A Opel Adam R2 +8:32,1 Min
12. Stefan Fritz/Klaus Ostermann A/A Skoda Fabia S2000 +8:41,3 Min
13. Daniel Wollinger/Patrick Forstner A/A Renault Clio Maxi +10:02,1 Min
14. Michael Kogler/Jennifer Hofstädter A/A Citroen DS3 R3 +11:13,7 Min
15. Günter Knobloch/Jürgen Rausch A/A Subaru Impreza +11:23,2 Min

Punktestände in der österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft:

ORM: 1. Hermann Neubauer 81 Punkte, 2. Niki Mayr-Melnhof 72, 3. Raimund Baumschlager 67.

ORM-2WD: 1. Daniel Wollinger 118, 2. Julian Wagner 104, 3. Michael Kogler 95.

ORM Junior: 1. Julian Wagner 125 Punkte (Staatsmeister!!!), 2. Kristof Klausz 54, 3. Luca Waldherr 48.

Historische Staatsmeisterschaft: 1. Kris Rosenberger 111 Punkte (Staatsmeister!!!), 2. Gert Göberndorfer 55, 3, Willi Rabl 35.

 

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