Gold für Ortlieb bei WM in Seattle als großes Ziel

Freuen sich auf die WM-Saison: Kathrin (li.) und Sabine Ortlieb. - Foto: zVg
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WASSERSKI. Die Tullnerin Sabine Ortlieb bereitet sich derzeit in Belgien auf die bevorstehende Weltmeisterschaft in Seattle (USA) vor.

Bereits mit fünf Jahren machte Sabine Ortlieb ihre ersten Erfahrungen mit dem Wasserskisport, mit elf Jahren bestritt sie ihr erstes Rennen. Seither ging es für die Tullnerin steil bergauf und sie konnte in ihrer bisherigen Karriere tolle Erfolge feiern. Sie wurde unter anderem Junioren-Europameisterin (2004) sowie zweifache Europameisterin (2012 und 2014) in der Klasse Ladies F2. Im Jahr 2015 entschied sich Ortlieb zu einem belgischen Team zu wechseln, mit dem sie seither in der Königsklasse Ladies F1, bei der mit bis zu 1.500 PS starken Booten gefahren wird, an den Start geht. Bei der Heim-Europameisterschaft in Krems konnte sie sich auch hier den Titel sichern und zur Europameisterin krönen.

Die Vorbereitung auf diese Saison begann bereits im November des Vorjahres mit einem Rennen in Teneriffa, wo Ortlieb die schnellste Dame im Feld war. Auf Einladung eines Australiers ging sie kurze Zeit später gemeinsam mit ihrer Schwester Kathrin in Sydney beim Double-Race, bei dem immer zwei Skifahrer hinter einem Boot fahren, an den Start. Dies ist eines der größten Rennen der Welt (Sydney Bridge to Bridge) mit rund 1.400 Teilnehmern. Hier konnten die Ortlieb-Schwestern trotz Jetlag den 112 Kilometer langen Fluss mit über 150 Stundenkilometern bezwingen und den tollen zweiten Platz belegen. Anfang des Jahres folgten zwei Trainingslager in Teneriffa. „Hier standen zahlreiche Trainings am Wasser auf der Tagesordnung. Das Meer war teilweise sehr unruhig, was somit perfekte Trainingsbedingungen für mich waren“, blickt Sabine Ortlieb sehr zufrieden auf die beiden Trainingslager zurück.

Im Winter lag der Fokus im Training auf Ausdauer, Kraft und Koordination. Hier arbeitet die 28-Jährige gemeinsam mit Personaltrainer Lukas Hollerer von der Sportpraxis Tulln zusammen. Kurz vor dem Saisonstart verlagert sich die Vorbereitung aber natürlich zunehmend wieder auf Wasser. In den Osterferien trainiert Sabine Ortlieb derzeit mit ihrem Team (Bootsfahrer Nico Bertels und Beifahrer Peter Catoor) in Belgien und bereitet sich auf die ersten Rennen der neuen Saison vor. „Dieses Training ist sehr wichtig, damit wir uns wieder aufeinander einstellen können und das Vertrauen zueinander zu stärken. Ohne dieses blinde Vertrauen auf die Teamkollegen wären keine so tollen Erfolge möglich“, so Sabine Ortlieb.

Saisonstart im belgischen Beringen

Das erste Rennen dieser Saison wird Sabine Ortlieb bei den beiden internationalen Bewerben im belgischen Beringen am 30. April und  bestreiten. Am 27. Mai wird die Tullnerin auch bei der Österreichischen Meisterschaft in Ybbs/Donau zu bewundern sein. Das Hauptaugenmerk gilt aber voll und ganz der Weltmeisterschaft, welche von 26. Juli bis 6. August in Seattle (USA) über die
Bühne gehen wird. „Das große Ziel ist natürlich bei der WM einen Podestplatz und somit eine Medaille zu erreichen, der Weltmeistertitel wäre natürlich der große Traum. Die restlichen Bewerbe dienen mehr oder weniger zum Aufbau auf das wichtigste Rennen im Jahr“, blickt Sabine Ortlieb sehr zuversichtlich in Richtung WM. Die stärkste Konkurrenz für die Tullnerin kommt dabei aus Australien, wo Wasserski so populär wie nirgends woanders ist. Aber auch ihre eigene Schwester Kathrin zählt wieder zu ihren größten Rivalinnen beim Kampf um den Titel.

Die Volksschullehrerin hat sich seit ihrer Kindheit voll und ganz dem Wasserskisport verschrieben. „Ich liebe den Adrenalinkick, wenn man mit über 180 Stundenkilometern förmlich über das Wasser fliegt. Man schaltet dabei einfach alles aus und das genieße ich. Um sich das zu trauen, muss man sich voll und ganz auf sein Team verlassen können“, kennt Sabine Ortlieb die Faszination an ihrem Sport. Da die Niederösterreicherin sehr viel international (meist in Belgien, Holland, England und Spanien) unterwegs ist, beansprucht das auch jede Menge Zeit, die es neben dem Beruf und Training aufzubringen gilt. „Ich bin während der Saison sehr viele Wochenenden unterwegs – für mich ist es, als würde ich dabei zwei unterschiedliche Leben haben. Unter der Woche bin ich in der Arbeit und mache mein Training, von Freitag bis Sonntag bin ich dann unterwegs, um an den Wettkämpfen teilzunehmen“, kennt Ortlieb die Herausforderung.

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