Kris Rosenberger lieferte auf Ford Rallye-Sensation

Kris Rosenberger pilotierte den Ford Fiesta R5 bei der Schneebergland Rallye sensationell auf den zweiten Gesamtrang. - Foto: Harald Illmer
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MOTORSPORT. Die große Sensation bei der Schneebergland Rallye lieferte Kris Rosenberger mit seinem zweiten Gesamtrang auf Ford Fiesta.

Derart viele Wendungen im Klassement, vor allem an der Spitze hat selten eine Rallye gesehen. Geich auf der zweiten Sonderprüfung verabschiedeten sich die Top-Favoriten Gerwald Grössing und Serien-Staatsmeister Raimund Baumschlager vom Geschehen. Lokalmatador Grössing wurde der Motor zum Verhängnis, dem oberösterreichischen Staatsmeister Baumschlager ein Graben neben der Strecke, der zum unüberwindbares Hindernis für die Weiterfahrt wurde.

Auch Gerald Rigler (Reifenschaden) und Andi Aigner (technischer Defekt) hatten Probleme auf dieser Prüfung, in der 2WD wurde Christoph Zellhofer im zweiten Durchgang durch eine kaputte Halbachse aus dem Rennen geworfen.

In diesem Stil ging es auch am Nachmittag weiter: Der zu Mittag gleichauf mit Niki Mayr-Melnhof führende Staatsmeister Hermann Neubauer fiel auf dem Rundkurs Haraseben spektakulär aus. Ein kleiner Motorbrand wurde vor Ort von der Crew gelöscht, noch bevor die alarmierte Feuerwehr eintreffen konnte.

Der Showdown lautete für die letzten Prüfungen also Christian Schuberth-Mrlik, der nach einem Missgeschick am Start und einer leichten Kollision mit einem Heuballen auf SP 3 im Laufe der Rallye wieder Bestzeiten fuhr gegen Niki Mayr-Melnhof, der bis dahin eine ruhige Rallye ohne größere Zwischenfälle genoß.

Schon auf der sechsten Sonderprüfung , die drittletzte am letzten Tag, bekam Mayr-Melnhof Probleme mit seinem Motor. Wie sich später herausstellte, brach ein Teil im Ansaugtrakt, weswegen der Motor ins Notprogramm wechselte. Mit letzter Kraft schleppte sich der Fiesta R5 ins Service, wo in buchstäblich letzter Minute der Fehler behoben und die Siegchance doch noch erhalten werden konnte.

Die abschließende Powerstage, der Rundkurs Haraseben brachte die entscheidende Wendung:  Schuberth-Mrlik lag in Schlagdistanz und versuchte mit beherzter Fahrweise die fehlenden Sekunden auf den Gesamtsieg gegen Mayr-Melnhof gutzumachen. Der bereits im Ziel der Sonderprüfung befindliche Forstinger-Pilot Mayr-Melnhof wartete allerdings vergebens auf den Zeitenvergleich: Christian Schuberth-Mrlik verunfallte auf den letzten Kilometern – der Kampf um den Gesamtsieg war entschieden.

Mayr-Melnhof jubelte nach dem Gesamtsieg: „Es war ein Wahnsinn – die gesamte Rallye. Das Wetter, diese Hitze, so viele Unfälle! Nacheinander sind alle meine Konkurrenten ausgefallen, erst Raimund und Gerwald, dann der Motorschaden bei Hermann und jetzt auch noch Christian Schuberth-Mrlik! Ich hatte meine größten Probleme, das Auto nach SP 6 noch 500m ins Service zu schieben, danach hat auch die Crew nur mehr geschoben und als wir endlich wieder auf die Strecke raus kamen, galt es nur mehr reine Attacke zu fahren. Durch den Sieg haben wir auch die Zwischenwertung der österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft 2017 auf den Kopf gestellt.“

Neben der großen Hitze hatte Kris Rosenberger und Co-Piloten Kristina Ettel aber vor allem mit der Umstellung auf den top-aktuellen Ford Fiesta R5 des italienischen „Step Five“ Teams zu kämpfen, wie der Grazer unumwunden zugibt: „Nach der nurzwölf Kilometer-Testfahrt vom Freitag war ich nicht wirklich warmgefahren – und die Unterschiede zu meinem Porsche, den ich jetzt schon seit Jahren pilotiere, waren wie erwartet riesig. Die Direktheit des Autos ist unglaublich und am meisten Respekt hat mir das giftige Ansprechverhalten des Turbos, vor allem hier auf Schotter, abgerungen. Davon abgesehen musste ich mich erst wieder daran gewöhnen, mit diesem Auto über alles drüberzufahren, Schlaglöcher, große Steine, da war ich anfangs wirklich gehemmt…“

Der Grazer freute sich daher riesig über den zweiten Gesamtrang:“Ich bedanke mich beim gesamten Team, bei meiner Copilotin, meinen Mechanikern und dem Auto, obwohl ich mich erst an das moderne Gerät gewöhnen musste. Ich konnte noch nicht immer alles herausholen, bin aber umso glücklicher mit der Platzierung. Insgesamt ein sensationelles Ergebnis.“

Julian Wagner dominiert in der 2WD-Staatsmeisterschaft

In der 2WD Staatsmeisterschaft gab es von der ersten Sonderprüfung an einen Dominator: Julian Wagner im Opel Adam R2 gewann alle Sonderprüfungen in der 2WD-Wertung und hatte am Ende einen satten Zeitpolster auf Kristof Klausz und Michael Kogler auf Platz zwei und drei. Gleichzeitig gewann Wagner auch die Juniorenwertung vor Klausz.

Rallyeleiter Gottfried Mannsberger zieht Resümee: „Meine erste Schneebergland Rallye hatte ich mir eigentlich ruhiger vorgestellt. An derart viele Zwischenfälle und Umstürze kann ich mich in der österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft gar nicht erinnern. Trotzdem bin ich sehr froh, dass alle Zwischenfälle glimpflich ausgegangen sind und die Rallye für alle Zuschauer so spannend ablief. Man hatte nicht nur als Fahrer und Beifahrer keine Möglichkeit zu einer Verschnaufpause.“

 Gesamtergebnis nach acht Sonderprüfungen:
1. Niki Mayr-Melnhof (1:22:05.4)
2. Kris Rosenberger (+ 2:34.0)
3. Martin Kalteis (+ 2:51.2)
4. Julian Wagner (+ 3:47.5)
5. Zoltán Szabó (+ 3:49.2)
6. Kristof Klausz (+ 4:39.9)
7. Michael Kogler (+ 5:04.9)
8. Hermann Haslauer (+ 7:00.7)
9. Gerald Rigler (+ 7:04.0)
10. Alexander Keresztesi (+ 7:10.2)

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