Männer haben Respekt vor Rallycross-Lady Kuttner

Die motorsportbegeisterte Birgit Kuttner setzt die Männer bei den Rallycross-Rennen schwer unter Druck. - Foto: Walter Vogler
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MOTORSPORT. In Greinsbach findet am Wochenende ein weiterer Rallycross-Ö-Lauf statt. Am Start ist auch Birgit Kuttner.


Wieder ist der ÖAMTC Fahrtechnik mit der Ausrichtung beauftragt. Die Mannen um Rennleiter Roland Frisch und seinem Stellvertreter Thomas Leichtfried sowie dem Leiter des Wachaurings, Johannes Danzinger, haben ihre Hausaufgaben für ihre  zweite Veranstaltung im heurigen Jahr bereits gemacht. Schon seit einigen Wochen sind wichtige Nennungen der heimischen Rallycross-Elite für Melk beim Veranstalter eingegangen.

Darunter befinden sich bei den Super Cars u.a. Max Pucher, Alois Höller und Gerald Eder, bei den Super Touring Cars bis 2000ccm Heinz Josef Glinz, über 2000ccm Michael Stoklassa, Karl Schadenhofer und Matthias Brunner, bei den Super Touring Cars bis 1600ccm Daniel Karlovits, Thomas Mühlbacher und Birgit Kuttner, in der nationalen 1600er-Klasse Dominik Janisch, Robert Vogl und Andreas Hungendorfer.

Hollabrunnerin mischt um den Sieg mit

Diesmal wird mit der Hollabrunnerin Birgit Kuttner eine Dame in den Vordergrund gestellt, die es einmal verdient, vor den Vorhang geholt zu werden. Die Niederösterreicherin ist mit einem Honda Civic unterwegs und liegt derzeit im Spitzenfeld der Super-Touring-Car-Starter bis 1600ccm.

Sie begann ihre Motorsportkarriere mit dem Kartsport, den sie aber nur hobbymässig betrieben hat. Dann wechselte sie sieben Jahre lang in den Autocross-Sport, wo sie im Jahr 2006 in der ÖM-Jahreswertung in der Klasse bis 1600ccm den dritten Platz belegen konnte. Damit war dann aber Schluss mit dem Autocross.

Ein Freund war dann „schuld“, dass Birgit ins Rallycross-Lager wechselte: „Es war Michael Albert, der Präsident des RRC 13. Er präsentierte mir den Rallyecross-Sport so positiv, dass ich zustimmte und im Jahr 2011 mein erstes Rennen bestritten habe. Dies jedoch in der stärksten Klasse, wo ich aber mit meinem schwächeren Auto keine Chance hatte. Da ich aber als Dame im Rallycross-Lager sehr positiv aufgenommen wurde, haben mein Mechaniker und ich uns entschlossen, im Jahr 2012 einen Honda Civic 1600 aufzubauen und damit bei den Super Tourenwagen bis 1600 an den Start zu gehen. Diesen Schritt habe ich bis heute nicht bereut.“

Birgit Kuttner arbeitete sich systematisch in den Folgejahren nach oben, wurde in den Jahren 2015 und 2016  Klassensiegerin und dafür jeweils mit dem Vize-Staatsmeistertitel belohnt. „Da ich bei den diversen Rennen neben der ÖM auch bei Rennen in der Zentral Europäischen Zone gefahren bin, wurde ich dort als schnellste und erfolgreichste Dame 2015 in Zagreb und 2016 in Bratislava ausgezeichnet. Die Preise hat mir der Präsident der FIA, Jean Todt, übergeben. Da darf man schon ein bissl stolz darauf sein.“

Im aktuellen Meisterschafts-Punktestand vor dem Rennen an diesem Wochenende in Greinbach liegt Kuttner an dritter Stelle. „Es stehen damit noch drei Rennen aus, ich möchte natürlich diese Position noch verbessern und die beiden Mitbewerber vor mir überholen.“

Damit heißt es Daumenhalten für Birgit sowohl in Greinbach als auch am 3. September in Melk auf dem Wachauring und beim Finale Ende September in Fuglau.

Sie selbst fühlt sich pudelwohl. Kuttner: „Ich habe im Lauf der Jahre irrsinnig viele Freunde im Rallycross-Sport kennengelernt. Was mich aber besonders freut ist, dass ich als Dame von den meisten der männlichen Mitbewerber stets voll respektiert wurde.“

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