SKN-Sportdirektor Markus Schupp im Interview Themen:Fußball Markus Schupp, der neue Sportdirektor des SKN St. Pölten. - Foto: SKN Von: Heinz Harauer 8. Juni 2017 FUSSBALL. Mit Markus Schupp holte sich der SKN St. Pölten einen Sportdirektor, der Frenkie Schinkels in dieser Position ersetzt. Seit etwas mehr als einer Woche ist Markus Schupp in seiner Funktion als Sportdirektor für das Wolfsrudel tätig. Grund genug ihn zu einem ausführlichen Interview zu bitten. SKN: Vergangenen Dienstag gab das Wolfsrudel die Trennung von Sportdirektor Frenkie Schinkels bekannt und präsentierte Sie gleich als Nachfolger. Seit wann gab‘s Gespräche? Markus Schupp: Nach meiner Zeit in Kaiserslautern – dort war ich von Mai 2014 bis November 2015 Sportdirektor – bin ich wieder zu meiner Familie nach Graz gezogen. Aus dieser Situation heraus ergab es sich automatisch, dass ich sehr viele Spiele der österreichischen Bundesliga besucht habe. Bei diesen Sichtungen lernt man natürlich auch viele Klubverantwortliche kennen. Mit Präsident Gottfried Tröstl und auch mit Generalmanager Andreas Blumauer gab es deshalb schon länger losen Kontakt. Intensiver wurde der Austausch mit dem SKN erst in den letzten Wochen. Die Gespräche intensivierten sich und führten letztendlich zu der neuen Zusammenarbeit. SKN: Was reizt Sie an der Aufgabe bei den Wölfen? Schupp: Für mich ist immer wichtig, welchen Weg ein Verein gehen möchte. Nicht der Ist-Zustand gibt den Ausschlag, sondern die zukunftsorientierte Ausrichtung. Ich sehe hier beim Verein sehr gute Arbeitsbedingungen und die perspektivische Vision, den Verein und die Spieler sukzessive weiter zu entwickeln. Ein weiteres bedeutendes Kriterium ist die Chemie zwischen den handelnden Personen. Mit Beginn der Gespräche merkte ich, dass neben den inhaltlichen auch die persönlichen Akzente passen. SKN: Chemie ist ein gutes Stichwort – Sie gelten als umgänglicher Mensch, wie würden Sie sich selbst beschreiben? Schupp: Ich denke, das sollten eher andere beurteilen. Aber selbst sehe mich als Teamplayer, der versucht, über die Kommunikation und argumentativen Diskussionen Lösungen zu finden. Dies impliziert auch eine Nähe und ständigen Austausch mit den in den verschiedenen Funktionen tätigen Menschen. SKN: Apropos Arbeit – Sie starteten nach der aktiven Karriere, die Sie ja bei Sturm Graz mit zwei Meistertiteln (nach den Erfolgen mit Kaiserslautern 1991 und mit Bayern 1994; Anm. d. Red.) sehr erfolgreich beendet haben, als Trainer durch. Warum gab‘s nach den Jahren bei Burghausen und Karlsruhe und als Assistent von Huub Stevens in Hamburg und Salzburg eigentlich den Wechsel von der Betreuerbank ins Büro? Schupp: Ich sehe meinen Job absolut nicht nur im Büro! Aber zurück zur Frage – es hat mich gereizt, einen Verein als Gesamtsystem zu betrachten und ihn funktional und strukturell zu verbessern sowie die dort tätigen Akteure weiter zu optimieren. Die Jahre als Co- und Cheftrainer kommen mir bei diesem Optimierungsprozess in meiner Funktion als Sportdirektor natürlich zugute. SKN: Sie sehen sich nahe bei den Aktiven – wird Markus Schupp bei den Spielen auch auf der Betreuerbank sitzen? Schupp: Das werde ich noch mit Trainer Jochen Fallmann absprechen. Es gibt sicherlich Überlegungen, die eine Platzierung auf der Betreuerbank stützen. SKN: Sie haben Leitwolf Jochen Fallmann angesprochen – war es für Sie klar, dass er Trainer bleibt? Schupp: Ich habe im Frühjahr sehr viele Spiele des SKN St. Pölten gesehen und da hat man seine Handschrift schon gesehen. Er hat mit dem Klassenerhalt das Saisonziel erreicht. Klar ist er da der erste Ansprechpartner. Zudem hat er Visionen – wie der ganze Verein, wie ich auch. Wenn man das alles zusammenzählt, dann ist das Ergebnis die Vertragsverlängerung. SKN: Die Tinte unter seinem neuen Einjahresvertrag ist also trocken – es wartet aber noch viel mehr Arbeit auf den neuen Sportdirektor. Nicht weniger als sieben Spieler verlassen den Verein, der Kader gehört wieder aufgefüllt … Schupp: Es sind acht Spieler, die uns verlassen werden – Marco Perchtold hat das Angebot, das wir ihm vorgelegt haben, nicht angenommen. Er wird uns verlassen. Ich habe mich in den letzten Tagen natürlich intensiv mit Trainer Jochen Fallmann ausgetauscht. Die Planungen laufen. Wir wissen, was wir tun möchten und auf welchen Positionen wir Verstärkungen brauchen. SKN: Kaiserslauterns Ex- Klub-Chef Stefan Kuntz hat ihnen viel Weitblick bei der Kaderplanung attestiert – können Sie den bestätigen? Schupp: Die Aussage freut mich! Bilanziert man die letzten Jahre, so sind es eine Reihe von Spielern, wie Amin Younes, Kerem Demirbay, Kevin Kampl, Dominik Heintz und Willi Orban, die ich in ihrer Entwicklung begleitet habe. Sie haben alle in ihrer Karriere den nächsten Schritt und sind heute zum Teil schon A-Nationalspieler oder bei international tätigen Klubs. Solche Talente zu erkennen – am besten früher als andere – und entsprechend zu fördern, ist ein Teil meiner Arbeit. SKN: Gibt‘s solche Spieler derzeit auch in Österreich? Schupp: Natürlich gibt es sie! Und sie sind sicherlich ein wichtiger Baustein in unseren momentanen und zukünftigen strukturellen Kaderplanungen. SKN: Wo findet man solche Spieler? Schupp: Da spielt dann auch ein gutes Netzwerk eine wichtige Rolle. Und wenn Spieler, deren Berater oder Stammvereine wissen, dass sie bei uns in guten Händen sind und sich weiterentwickeln können, haben wir sicherlich die Möglichkeit, den einen oder anderen talentierten Spieler zu bekommen. Natürlich gehören zu einem guten Mannschaftsgefüge aber auch gestandene Spieler. Man muss eine gute Balance hinbekommen. Das wird unsere primäre Aufgabe sein. SKN: Wie schauen die Ziele für diese Saison aus? Schupp: Natürlich heißt das primäre Ziel wieder Klassenerhalt. Aber wir wollen auch einen Schritt nach vorne machen. Und mittelfristig wollen wir unter die Top 6 der Liga! Starke SKN-Vorstellung bei Hallenturnier in DeutschlandSt. Pöltner Wölfinnen starten in die WintervorbereitungDer SKN St. Pölten wird zu spusu SKN St. PöltenEine sehr erfolgreiche Herbstsaison der WölfeBullen zeigten Grenzen des SKN schonungslos aufDer SKN St. Pölten bleibt auf der SiegerstraßeRückschlag für St. Pöltner Wölfe gegen die AustriaVerdienter SKN-Erfolg gegen Wacker InnsbruckU21-Nationalteam feiert in Griechenland ein 1:0U21-Nationalteam könnte Geschichte schreibenTestspiel gegen England ging klar mit 0:3 verlorenGriechenland ist letzte Hürde beim Sprung zur U21-Euro