Sonntagsmatinee: Es geht um die Tabellenführung

Immer aktiv an der Seitenlininie: Leiterin Liese Branco-Ribeiro. - Foto: zVg
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FUSSBALL. Im Sport.Zentrum.NÖ findet am Sonntag (10:30 Uhr) das Spitzenspiel der Frauen-Bundesliga zwischen SKN St. Pölten und NÖSV Neulengbach statt.


Zwölf Jahre lang, von 2002 bis 2014, dominierte der NÖSV Neulengbach den österreichischen Frauenfußball, heimste zwölf Meistertitel und zehn Cupsiege ein. Durch den Umbruch vor rund zwei Jahren musste der langjährige Serienmeister dem Lokalrivalen vom SKN St. Pölten den „Thron“ überlassen. In dieser Saison scheinen die Klubs erstmals seit der „Wachablöse“ wieder beinahe auf Augenhöhe zu agieren. Aufgrund eines Ausrutschers des SKN geht der NÖSV Neulengbach sogar als Tabellenführer in das direkte Aufeinandertreffen am Sonntag. Ist Neulengbach gar Favorit? „Nein. Die Favoritenrolle liegt klar bei St. Pölten. Sie waren zuletzt mehrfach in Folge Meister und ÖFB Ladies Cup-Sieger“, verdeutlicht NÖSV-Trainerin Brigitte Entacher. Auch die Doppelbelastung beim SKN durch die kürzlichen Auftritte in der UEFA Women’s Champions League würden keinen großen Vorteil für Neulengbach darstellen. „Die Spielerinnen sind daran seit Jahren gewohnt. Sie wissen, wie sie regenerieren“, so die Trainerin. Von ihrer Mannschaft erwarte Entacher, wie zuletzt, die Umsetzung aller Trainingsinhalte und Vorgaben. „Unser Team ist jung, gut drauf, spielt frech und glaubt an sich“, sagt Entacher.

Seitens des SKN blickt man auf anstrengende Tage zurück. „Drei schwere Spiele in Liga und Champions League liegen hinter uns, aber die Mannschaft kann damit umgehen. Wir spielen natürlich auf Sieg,“  gibt sich Entacher selbstbewusst. Gelingt dieser, wäre der SKN zurück an der Tabellenspitze. Marina Georgieva und Julia Tabotta fallen aus.

Altenmarkt schielt wieder auf Rang zwei

Der SKV Altenmarkt hat das Ausscheiden im ÖFB Ladies Cup gegen Zweitligist Rankweil schnell abgehakt. In der Vorwoche holte die Elf von Trainer Andreas Radakovits beim FC Südburgenland den dritten Sieg im fünften Spiel. Am  Samstag könnte mit einem Heimsieg über FC Wacker Innsbruck sogar der Sprung auf Rang zwei gelingen. „Wir haben zuletzt eine gute Reaktion gezeigt und planen einen Heimsieg ein“, so Radakovits. Kristina Cerovska steht vor der Rückkehr in den Kader. Für die verletzungsgeplagten Tirolerinnen gilt es, in den vier Spielen vor der Winterpause noch so viele Punkte wie möglich mitzunehmen, um eine gute Basis für den Abstiegskampf im Frühjahr zu schaffen. „Wir sind dezimiert, haben im Offensivspiel derzeit Probleme, aber mit einer disziplinierten Leistung ist etwas möglich“, sagt Trainer Zoran Tanaskovic.

Das 0:4 gegen SKN St. Pölten bedeutete für LUVGraz/DFC Leoben die fünfte Niederlage im fünften Spiel. Das Schlusslicht nimmt im Heimspiel gegen Union Kleinmünchen am Samstag den sechsten Anlauf. „Wir hoffen, dass unsere erkrankten Spielerinnen rechtzeitig fit werden und wollen endlich anschreiben“, betont Trainer Thomas Rupp. Mit Sanda Jovanovic, Lisa Köberl und Goalie Lisa-Maria Scheucher fehlten drei Stammspielerinnen unter der Woche krankheitsbedingt. Mit Union Kleinmünchen komme, so der Coach, nach dem schweren Programm zuletzt, wieder ein Gegner auf Augenhöhe. Die Gäste aus Oberösterreich können mit einem Auswärtssieg wieder in die Spitzengruppe der Tabelle vorstoßen, müssen allerdings Katharina Rektenwald, Katharina Mayr und Teresa Knauseder vorgeben. „Wenn das Team wieder eine kompakte Defensivleistung zeigt und die Torchancen verwertet, ist ein Sieg drinnen“, so Trainer Gerald Reindl.

Nach fünf Runden kristallisiert sich in der ÖFB Frauen Bundesliga eine Spitzengruppe heraus, die die vorderen Plätze unter sich ausmachen dürften. Sowohl der USC Landhaus als auch Aufsteiger FC Bergheim möchten den Anschluss an diese Spitzengruppe nicht verlieren und stehen am Sonntag vor einem „Sechspunktespiel“. Darüber sind sich beide Trainer einig. USC-Coach Attila Sekerlioglu hofft auf eine Fortsetzung der Heimserie: „Wir wollen in die obere Tabellenhälfte.“ Sämtliche vier Punkte holte Landhaus auf eigener Anlage. Janine Schneider kehr in den Kader zurück, Anna Kuba fällt aus, Linda Winkler ist fraglich. Aufsteiger Bergheim ist die Heimstärke der Wienerinnen nicht verborgen geblieben. „Nach der Niederlage gegen SK Sturm kommen jetzt wieder Gegner in unserer Reichweite. Daraus müssen wir das Beste machen“, sagt Trainer Josef Bauer.

Erneut heißt es für den SK Sturm Graz: Nach der Champions League ist vor der ÖFB Frauen Bundesliga. Noch am Mittwoch besiegelte die Rückspiel-Niederlage beim FC Zürich (0:3) das Aus in der Runde der besten 32 Teams Europas. Bereits am Sonntag empfängt der Vizemeister in Messendorf den FC Südburgenland. Man habe sich in der Schweiz gut präsentiert, aber viele Kräfte gelassen, betont Sturm-Trainer Markus Hiden: „Wir kommen auf dem sprichwörtlichen Zahnfleisch daher, aber das haben wir vorher gewusst. Unsere medizinische Abteilung hat alle Hände voll zu tun.“ Vor dem Spiel gegen den Tabellenneunten gibt es demnach einige Fragezeichen im Kader der Schwarz-Weißen. Südburgenland-Trainerin Susanna Koch sieht gegen eine müde Sturm-Elf eine Chance, ihre Mannschaft bleibe aber jedenfalls Außenseiter. „Wir hoffen, dass sich die englischen Wochen in Müdigkeit niederschlagen, aber wir müssen unser Können endlich abrufen“, so Koch.

ÖFB Frauen Bundesliga, 6. Runde

Samstag, 15. Oktober
15 Uhr: SKV Altenmarkt : FC Wacker Innsbruck
15 Uhr: LUV Graz/DFC Leoben : Union Kleinmünchen

Sonntag, 16. Oktober
10:30 Uhr: SKN St. Pölten : NÖSV Neulengbach
13:30 Uhr: USC Landhaus : FC Bergheim
13:30 Uhr: SK Sturm Graz : FC Südburgenland

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