Trio kämpft um Sieg bei Waldviertel Rallye

Michael Kogler fightet in Horn um den Staatsmeistertitel in der Klasse 2-WD. - Fotoi: Walter Vogler
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MOTORSPORT. Alle Blicke sind bei der Waldviertel Rallye auf das Trio Hermann Neubauer, Raimund Baumschlager und Niki Mayr-Melnhof gerichtet.

 Neubauer kommt mit dem hauchdünnen Vorsprung von nur zwei Punkten nach Horn, hinter ihm den 13-fachen Rekord-Champion Baumschlager im Weltmeisterauto wissend. Und Mayr-Melnhof macht als aussichtsreicher Dritter auch noch erstmals mit einem World Rally Car Druck. In Wahrheit müssen alle drei auf Sieg fahren, was die Sache nicht nur für die Piloten, sondern auch für deren Fans zur Nervensache hoch zwei macht. Hier die Aussagen der Hauptdarsteller in der ORM:

Hermann Neubauer (Ford Fiesta WRC): „Ich fahre zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder bei der Waldviertel-Rallye. Raimund hat die letzten zwei Rallyes gewonnen, kennt die Prüfungen perfekt. Von da her bin ich also sicher nicht der Favorit. Aber aus meiner Zeit in der Europameisterschaft habe ich gelernt, mich auch nach nur wenigen Besichtigungen optimal auf eine Rallye einzustellen. Dass ich bei der Liezen-Rallye nach einer nicht so guten Leistung am Ende noch die Powerstage gewinnen und so die Meisterschaftsführung verteidigen konnte, war vor allem gut für den Kopf. Wir werden im Waldviertel unser Bestes geben, und am Ende wird der Beste Meister sein.“

Raimund Baumschlager (VW Polo WRC): „Die Ausgangslage sagt eh alles. Ich muss wohl gewinnen, um noch den Titel holen zu können. Also kann unsere Taktik nur volle Attacke vom ersten Meter an heißen. Die klassischen Waldviertel-Prüfungen wie Gföhl und Manhartsberg hat Neubauer heuer im Rahmen des ARC-Sprints ausgiebig getestet, also sehe ich da keinen Vorteil für uns.“

Niki Mayr-Melnhof (Citroen DS3 WRC) : „Von den drei Titelanwärtern habe ich sicher den wenigsten Druck. Deshalb stelle ich auch gar keine Rechnungen an, wer am Ende wo liegen müsste. Ich freue mich einfach auf eine tolle Rallye im Waldviertel und darauf, unseren Citroen DS3 WRC endlich wettbewerbsmäßig fahren zu können. Wenn alles passt, bin ich mit diesem Auto wohl genauso für den Sieg gut wie ein paar andere. Erst wenn wir am Ende vorne stehen, und das ist ja Grundbedingung für unsere Meisterchance, wird es interessant, wie die Hauptkonkurrenten abgeschnitten haben.“

Abgesehen von der dramatischen Ausgangslage im Kampf um den Staatsmeistertitel kann die Rallye Waldviertel mit einem sehenswerten Starterfeld in der ORM aufwarten. Neben die österreichischen Spitzenpiloten Christan Schuberth-Mrlik (Skoda Fabia R5), Gerald Rigler (Ford Fiesta R5), Walter Mayer (Peugeot 208 R5), Robert Zitta, Hermann Haslauer, Günther Knobloch, Alexander Keresztesi (alle Subaru WRX) und dem in Deutschland lebenden Hans Peter Haid (Mitsubishi Evo X) gesellt sich ein sehr starkes Feld an ausländischer Konkurrenz. Der auffälligste aus Nationensicht ist dabei sicher der Chinese Yang Zhang. Der über Kontakt von Manfred Stohl ins Waldviertel kommende Asiate lenkt einen Citroen DS3 R5. Bereits Waldviertel-erprobte Teams reisen aus Ungarn an: David Botka, Joszef Trencsenyi und Zoltán Szabó (alle Skoda Fabia R5), Gergely Fogasy (Peugeot 208 R5) sowie Attila Rongits und Gergö Szauer (beide Mitsubishi Evo X). Auch Tschechien ist mit zwei sehr starken R5 Piloten vertreten. Jaroslav Orsak und Tomas Kurka sind mit zwei Ford Fiesta R5 Boliden im Waldviertel am Start. Das ORM-Feld wird komplettiert durch den Letten Lielkajis Guntis, der mit einem Mitsubishi Lancer Evo IX sein Glück versucht.

Michael Kogler verteidigt 2-WD-Führung

Nicht minder packend ist die Ausgangslage im Kampf um den Staatsmeistertitel in der ORM 2-WD. Durch den Ausfall von Daniel Wollinger und Julian Wagner in Liezen konnte sich Michael Kogler mit seinem dortigen Sieg etwas überraschend an die Spitze setzen. Diese möchte er natürlich gerne bis zum Schluss behalten, was wiederum seine zwei Hauptkonkurrenten naturgemäß stört. Hier die Einschätzungen der drei Titelkandidaten:

Michael Kogler (Citroen DS3 R3): „Der Sieg in Liezen und die dortigen Ausfälle meiner schärfsten Konkurrenten haben eine für mich eigentlich schon verspielte Titelchance wiederbelebt. Grundvoraussetzung dafür ist erst einmal ein Sieg in meiner Heimat und dann muss ich hoffen, dass Daniel nicht zu gut abschneidet. Ich gehe es ohne Druck an, versuche, so wie im Vorjahr auch heuer im Waldviertel zu gewinnen und alles andere kann ich eh nicht beeinflussen. Hole ich den Titel, wär’s das i-Tüpfelchen auf eine guten Saison. Geht sich’s nicht aus, wird sich meine Welt aber sicher auch weiterdrehen.“

Daniel Wolliger (Renault Clio Maxi): „Ich habe natürlich schon nachgerechnet. Wenn Michael gewinnt, muss ich Dritter werden und zumindest einen Punkt in der Powerstage holen, dann geht es sich aus. Für mich zählt nur der Staatsmeistertitel, ich war jetzt schon so oft knapp dran, dass ich das heuer unbedingt will. Unser Auto ist nach dem Crash in Liezen wieder komplett repariert und die Waldviertel-Rallye bin ich auch schon unzählige Male gefahren, also sehe ich dem ganzen Unterfangen relativ gelassen entgegen. Mein Vorteil ist, dass ich nicht unbedingt gewinnen muss.“

Julian Wagner (Opel Adam R2): „Durch den Ausfall in Liezen haben sich meine Chancen auf den 2WD-Titel leider nicht unbedingt vergrößert. Trotzdem werde ich alles versuchen, im Waldviertel zu gewinnen und muss dann hoffen, dass Daniel nur Vierter wird und auch in der Powerstage punktelos bleibt. Natürlich habe ich auch den Gesamtsieg im Opel-Cup im Visier, aber der ergäbe sich mit einem 2WD-Sieg ja von selber. Deshalb liegt mein Fokus ganz klar auf dem Staatsmeistertitel in der 2WD-Wertung. Die Devise heißt Vollgas!“

Julian Wagner hat sich womöglich Hilfe aus dem eigenen Haus geholt. Mit Simon Wagner steht immerhin der noch regierende 2WD-Staatsmeister am Start. Mit einem Opel Adam R2 wird der Oberösterreicher wohl versuchen, seinem Bruder Schützenhilfe zu leisten. Aber auch der Ungar Christof Klausz (Peugeot 208 R2) oder der Steirer Christoph Lieb (Opel Adam) sind durchaus in der Lage, das Feld durcheinander zu wirbeln, ebenso wie der Amstettner Christoph Zellhofer mit seinem Suzuki Swift. Starke, aber leider oftmals unbelohnte Szenen lieferte heuer auch immer wieder die Niederösterreicherin Viktoria Hojas im Opel Corsa.

Entschieden ist bereits die Junioren-Staatsmeisterschaft 2017. Mit fünf Saisonsiegen sicherte sich Julian Wagner bereits in Weiz völlig zu Recht den Titel. Im Waldviertel sind neben dem neuen Champion auch noch Simon Wagner (Opel Adam), Christof Klausz (Peugeot 208 R2), Christoph Lieb (Opel Adam), Christoph Zellhofer (Suzuki Swift), Benedikt Leopold Baier (Opel Corsa) sowie die Italienerin Tamara Molinaro (Opel Adam R2) im Bewerb der besten Nachwuchspiloten start- und punkteberechtigt.

 

 

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