Kanu-Slalom: EM-Bronze für Nadine Weratschnig

Siegerehrung mit Nadine Weratschnig (re.). - Foto: Nina Jelenc
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WILDWASSERKANU. Nadine Weratschnig gewann bei der Slalom-EM in Tacen (SLO) im Canadier Einer die Bronzemedaille.

Bei ihrem erst zweiten EM-Antritt in der Allgemeinen Klasse bescherte die 19-jährige Athletin Österreich die erste Einzel-Medaille bei einem Kanu-Großereignis seit 2014.

Bis es so weit war, musste Weratschnig jedoch ordentlich zittern. Zuerst drohte ein Protest des tschechischen Teams im Halbfinale ihren Top Ten Platz und damit die Finalteilnahme zu kosten. Die Rennleitung wies den Protest jedoch ab und Weratschnig stand im Finale.

Direkt vor dem Finallauf zog dann ein heftiges Unwetter über die Strecke im Norden Laibachs, der Start wurde eine halbe Stunde nach hinten verschoben. Doch die jüngste Athletin im C1-Finalfeld steckte dies locker weg und eröffnete das Finale in furioser Manier. „Der Start und Mittelteil ist mir super gelungen, da habe ich schon gespürt, dass ich schnell bin“, schilderte Weratschnig ihr Rennen.

Doch dann wurde ihr, wie schon im Halbfinale, die letzte Walze beinahe zum Verhängnis. Bereits nach dem letzten Tor geriet sie in Turbulenzen und kämpfte sich über die Ziellinie. Und damit begann das Zittern. Die anspruchsvolle Strecke am Fluss Save bereitete viele Läuferin Probleme. Als dann die Britin Eilidh Gibson, die sich am Vortag zur Team-Europameisterin krönte, im geschlagenen Feld landete, war klar: Nadine Weratschnig hat ihre Medaille.
„Ich habe es noch immer nicht ganz realisiert. Das ist meine erste Medaille in der Allgemeinen Klasse, das ist etwas ganz Besonderes für mich. Ich musste lange zittern, aber es ging gut aus“, meinte die strahlende Bronzemedaillistin nach dem Rennen. Einer möglichen Goldmedaille trauert sie hingegen nicht nach: „Ich bin nicht traurig wegen Gold, sondern superhappy über Bronze.“

In die gleiche Kerbe schlug Cheftrainer Heli Oblinger: „Es ist eine schöne und verdiente Medaille für Nadine. Sie hat bis zum Schluss gekämpft und es hat am Ende dann gereicht.“ Gleichzeitig dachte der ehemalige Weltklasse-Athlet in Weratschnigs großer Stunde auch an Österreichs zweite angetretene C1-Athletin. Viktoria Wolffhardt war zuvor im Halbfinale unglücklich ausgeschieden. „Es ist schade für Vicky, auch sie hätte sich das Finale absolut verdient gehabt. Beide sind auf demselben hohen Level, wir werden mit den beiden noch viel Freude haben“, so Oblinger.

Weratschnigs Medaille ist Österreichs erste Einzelmedaille bei einem Großereignis seit Corinna Kuhnles Weltmeister-Titel 2014. „Unser Ziel vor der EM waren zwei bis drei Finalteilnahmen und eine Medaille. Das haben wir jetzt schon am ersten Tag erreicht. Und am Sonntag haben wir mit Corinna Kuhnle und Lisa Leitner noch zwei ganz heiße Eisen im Feuer“, so ein zufriedener Oblinger.

Felix Oschmautz mit Bestzeit ins K1-Finale

Eine weitere Talentprobe lieferte der erst 17-jährige Felix Oschmautz ab. Im K1-Halbfinale gelang dem Vereinskollegen von Nadine Weratschnig beim Kajakverein Klagenfurt ein absoluter Traumlauf. Der Kärntner, der bei der EM zwischen schriftlicher und mündlicher Matura antrat, fand auf dem im Vergleich zur Qualifikation noch schnelleren Kurs die Ideallinie und blieb fehlerfrei.

Als Halbfinal-Schnellster startete Oschmautz als Letzter in das Finale der besten 15, musste dort jedoch seine Medaillenträume schon nach wenigen Toren begraben. Ein verfehltes Tor bescherte ihm eine 50 Sekunden Zeitstrafe, eine Top-Platzierung war damit außer Reichweite. „In einem EM-Finale muss man einfach alles riskieren. Ich wollte das Boot nach dem vorangegangenen Tor beruhigen, bin dann aber leider am Tor vorbei“, analysierte Oschmautz die entscheidende Szene.

Dennoch überwog bei Oschmautz, der nach bestandener Matura ins Profilager wechseln wird, die Freude: „Ich habe mein Ziel erreicht und bin sehr glücklich, dass ich meine Leistung abrufen konnte. Das Halbfinale war ein richtig guter Lauf und auch im Finale war ich bis auf den Torfehler gut dabei.“

Vom Pech verfolgt bei dieser EM blieb Viktoria Wolffhardt. Auch sie lag von ihrer Zeit her auf Kurs auf eine C1-Finalteilnahme, bis ihr so wie Nadine Weratschnig die letzte Walze zum Verhängnis wurde. Sie musste umfangreich korrigieren und verlor so auf den letzten Metern noch wertvolle Zeit. Schlussendlich verpasste die Tullnerin als Zwölfte knapp das Finale der besten Zehn. 

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